gemeinsam stark

Hunderte Trecker leuchten Trasse aus

18. Mai 2017

Foto: Hildebrandt

Energie Was für ein Spektakel: Entlang der Südlink-Stromtrasse leuchteten am Montagabend hunderte Trecker. Das Landvolk Niedersachsen hatte zu dieser Protestaktion aufgerufen, um auf zehn Forderungen aufmerksam zu machen.

Es war ein eindrucksvolles Bild, das sich mit Einbruch der Dunkelheit in Wiedingen (Heidekreis) bot. Parallel zur B 71 reihte sich auf 700 Meter Trecker an Trecker. Sie bildeten mit ihren Scheinwerfern eine PS-starke Lichterkette. Dort, direkt vor dem Menkenhof, könnte die Südlink-Stromtrasse verlaufen. „Bei der ganzen Planung hat man uns Landwirte vergessen“, sagte Jochen Oestmann, Vorsitzender des Landvolks Lüneburger Heide. Deshalb sendeten hunderte Trecker in Niedersachsen zwischen Stade und dem Eichsfeld ein Leuchtsignal an die Politik.

Niedersachsens Landwirte wollen bei dem durch die Energiewende verursachten Netzausbau nicht ins Hintertreffen geraten. Die Südlink Arbeitsgemeinschaft im Landvolk Niedersachsen hat in einem Zehn-Punkte-Papier die Forderungen zusammengefasst, die aus Verbandssicht beim Netzausbau zu berücksichtigen sind. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Dazu zählt die Anpassung wiederkehrender Entschädigungszahlungen.

„Wir bekommen eine Technik von übermorgen und sollen dafür Entschädigungsleistungen von vorgestern erhalten. Das passt nicht zusammen“, betonte Landvolkvize Jörn Ehlers. Er sprach vor 30 Berufskollegen in Sothel (Rotenburg), die dort die 30 Meter umfassende Trassenbreite mit ihren Treckern nachgestellt hatten.

Die geplante Leitung durchschneidet das Verbandsgebiet  Rotenburg auf einer Länge von zwölf Kilometern. „Von den Gasleitungen bei uns wissen wir bereits, was eine Bodenschädigung auslöst. Das ist ein jahrzehntelanger Eingriff in die Struktur“, stellte Landwirt Hilmer Vajen fest. Das Landvolk setzt sich für das Prinzip der Schadensvermeidung durch eine unabhängige bodenkundliche Überwachung ein.

Das NDR-Fernsehen berichtete von der Aktion aus Schwüblingsen (Region Hannover). Hartmut Hasberg war dabei und hat dort 25 Hektar im Trassenkorridor. Er befürchtet nachhaltige Schäden, die sich auch auf Beregnung und Drainage auswirken könnten: „Wie wird das Land nach der Bauphase wieder hergerichtet und ist es danach uneingeschränkt ackerbaulich zu nutzen?“ Sein Berufskollege Carsten Fricke rechnet damit, dass etwa 20 Hektar seiner Flächen betroffen sind. „Können wir bei Kartoffeln, Zwiebeln und Möhren die Qualität halten, die unsere Kunden verlangen?“, fragt er sich.

„Wir betreten mit den Südlink-Planungen Neuland, das Misstrauen der betroffenen Flächeneigentümer ist daher zu Recht hoch“, schildert Dr. Holger Hennies die Stimmung. Der Vorsitzende im Kreisverband Hannover erwartet von den Netzbetreibern ein offenes Gesprächsklima und Verständnis für die Forderungen der Landwirte.  
sl/red

Impressionen der Aktion

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