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Noch schlechter als 2016

31. August 2017

Foto: Landpixel

Getreideernte Der Deutsche Bauernverband rechnet mit enttäuschenden Erträgen bei Korn und Raps. Übel hat es den Obstbau erwischt. Präsident Rukwied pocht daher erneut auf politische Unterstützung beim Risikomanagement.

Nicht zuletzt aufgrund der Wetterunbilden hat der Deutsche Bauernverband (DBV) seine Prognose zur diesjährigen Getreideernte nochmals zurückgenommen. Laut DBV-Präsident Joachim Rukwied dürfte die Getreideerzeugung mit 44,5 Mio. t sogar noch um zwei Prozent unter dem schon enttäuschenden Vorjahresergebnis liegen.

Damit bleibt der Bauernverband mit seiner Einschätzung deutlich hinter der Prognose des Bundeslandwirtschaftsministeriums, das die Erzeugung aktuell mit 45,3 Mio. t nur knapp unter dem Wert des Vorjahres ansetzt.

Raps stark unter Druck
Regional fallen die Ergebnisse laut DBV aufgrund der unterschiedlichen Witterungsbedingungen zwar sehr heterogen aus; verbreitet habe man jedoch schwächere Durchschnittserträge als 2016 verzeichnet, heißt es im abschließenden Erntebericht des Verbandes, den Präsident Jo­achim Rukwied in Berlin vorgestellt hat. Beim Winterweizen, der mit einer Anbaufläche von 3,14 Mio. ha wichtigsten Getreideart , ist von einem Durchschnittsertrag von gut 7,4 t/ha auszugehen. Damit würde das Vorjahresergebnis von 7,7 t/ha um gut drei Prozent, der fünfjährige Mittelwert von 8 t/ha sogar um fast sieben Prozent verfehlt.

Wintergerste würde mit 8,8 Mio. t zwar leicht unter Vorjahr liegen, den fünfjährigen Durchschnitt von 8,7 Mio. t aber leicht übertreffen. Ein deutliches Minus erwartet der Bauernverband beim Roggen. Die Ernte soll nur 2,8 Mio. t erreichen und damit um gut zehn Prozent kleiner ausfallen als 2016 – das wären rund 26 % unter dem fünfjährigen Mittel.

Schlechte Aufwuchsbedingungen sowie ein erhöhter Schädlingsdruck haben Rukwied zufolge auch beim Raps für Enttäuschung gesorgt. DBV-Vizepräsident Wolfgang Vogel macht dafür das seit drei Jahren geltende Verbot der neo­nikotinoiden Beizung mitverantwortlich. Der Verband rechnet deshalb für die Ölfrucht mit einem Durchschnittsertrag von nur 3,3 t/ha, nach 3,9 t/ha im Vorjahr. Insgesamt soll die Rapsernte lediglich 4,3 Mio. t erreichen und damit um sechs Prozent kleiner ausfallen als 2016.

Risikoausgleich fördern
Mit Blick auf die zunehmenden Wetterextreme forderte Rukwied die Politik auf, die Landwirte beim Risikomanagement besser zu unterstützen. Die Frostschäden beim Obstbau beliefen sich bundesweit auf rund 200 Mio. Euro, regional sei es zu Totalausfällen gekommen, sagte der DBV-Präsident. Daneben habe man im Pflanzenbau bisher Schäden durch Hagel und Starkregen in Höhe von etwa 250 Mio Euro verzeichnet. Es bestehe Bedarf an einem wirksameren und besseren Risikomanagement für die Agrarbetriebe. Rukwied nannte einerseits eine noch ressourcenschonendere Landwirtschaft, forderte andererseits aber auch Versicherungslösungen und Investitionshilfen. Um diese Instrumente auf den Weg zu bringen, seien finanzielle Unterstützungen der Bundesländer hilfreich. Außerdem erneuerte Rukwied seine Forderung nach einer steuerlich begünstigten Risikoausgleichsrücklage.
AgE/red

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