gemeinsam stark

Qualität unbedingt sicherstellen

05. Januar 2018

Foto: Schmieg

Ausbildung Was ist „gute“ Qualität in der landwirtschaftlichen Ausbildung? Und wie kann sie in der Praxis umgesetzt werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Projekt „Qualität und Vernetzung der landwirtschaftlichen Berufsbildung“.

Qualität in der beruflichen Ausbildung ist wichtig, um selbständige und eigenverantwortliche Fachkräfte zu entwickeln. Gerade in Zeiten eines verschärften Wettbewerbs um qualifizierten Berufsnachwuchs in den Betrieben kommt der Qualität der Ausbildung eine zentrale Bedeutung zu. Um zu definieren, was gute Ausbildung beinhaltet und wie diese in der Praxis umgesetzt werden kann, hatte der Deutsche Bauernverband (DBV) das Projekt „Qualität und Vernetzung der landwirtschaftlichen Berufsbildung“ ins Leben gerufen.

Der 15-köpfigen Projektgruppe gehörten Vertreter des Berufsstandes, der für die Berufsbildung zuständigen Stellen, der Berufsschulen und anderer bildungsrelevanter Institutionen an. Sie erarbeiteten Qualitätskriterien für die Ausbildung und erstellten Unterlagen, die eine Feedback-Kultur zwischen den Hauptakteuren der beruflichen Ausbildung fördern sollen.
Konkret sind zehn kurze Fragebögen entstanden für Auszubildende, Ausbilder, Ausbildungsberater, Berufsschullehrer, Ausbildungsbetrieb und Überbetriebliche Ausbildungsstätte. Anhand der Fragebögen (Selbst- und Fremdeinschätzung) können sich die Akteure mit der eigenen Ausbildungspraxis auseinandersetzen und Impulse zur Verbesserung der Ausbildungsqualität erhalten. Die Fremdeinschätzung ermöglicht ein Feedback zum eigenen Verhalten und zur eigenen Arbeitsweise.

Ein Beispiel: Oft ist die Kommunikation zwischen Ausbilder und Auszubildenden ein Schlüssel zur Verbesserung der Qualität der Ausbildung. Der Auszubildende nimmt anhand des Azubi-Fragebogens eine Selbsteinschätzung seiner persönlichen, fachlichen und organisatorischen Fähigkeiten bezüglich seiner Ausbildung vor. Der Ausbilder nimmt eine Fremdeinschätzung des Azubis vor. Mithilfe der ausgefüllten Fragebögen können beide miteinander darüber ins Gespräch kommen, wie die Ausbildung läuft, wo es gegebenenfalls Ansätze zur Verbesserung gibt und wie sich diese umsetzen lassen.

Neben den Fragebögen hat der Fachbeirat ein Bildungsglossar erarbeitet, in dem rund 300 Fachbegriffe aus der agrarischen Berufsbildung praxisnah erklärt sind. Das Glossar ist eine Unterstützung, um bei bildungsrelevanten Diskussionen und Entscheidungsprozessen begriffliche Fehlinterpretationen und fachliche Missverständnisse zu vermeiden. Es richtet sich an Mitglieder von Prüfungskommissionen, an Mitglieder regionaler und bundesweiter Bildungsgremien von berufsständischen Verbänden, an zuständige Stellen und Verwaltungen sowie an Ausbilder, Ausbildungsberater und Berufsschullehrer.
Christine Kolle, Landvolk Niedersachsen

Fragebögen und Bildungsglossar finden Sie unter: www.qualitaet-berufsbildung-agrar.de

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