gemeinsam stark

Von Verbrauchern geschätzt

05. Januar 2018

Foto: Fritsche/ZDG

Umfrage Rückenwind für die Initiative Tierwohl: Über 90 % der Deutschen finden ihr Konzept gut. Über 80 % halten nichts von Maximalforderungen. Zugleich sieht sich die Initiative in der Pflicht, konsequent gegen „schwarze Schafe“ vorzugehen.

Wenn Landwirte finanziell unterstützt werden, die über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus etwas für ihre Tiere tun und sich dabei auch kontrollieren lassen, finden das 93 % der Verbraucher in Deutschland gut oder sehr gut. Das stellte das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer bundesweiten, repräsentativen Umfrage fest. Zudem bewerteten 83 % der mehr als 1.000 Befragten es als gut, die tiergerechtere Ausgestaltung der Nutztierhaltung in vielen kleinen Schritte konsequent umzusetzen, ohne dabei etwas zu überstürzen.

Sinn für das Machbare
Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl (ITW), sieht sich durch die Umfrage bestätigt: „Wir freuen uns über den großen Zuspruch zu unserem Ansatz.“ Die Verbraucher seien realistischer  als jene, „die laut Ideale und Maximalforderungen postulieren, denen die Landwirte aber unmöglich von heute auf morgen gerecht werden können“.

Hinrichs appellierte an die teilnehmenden Tierhalter, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein. Ihre Betriebe seien Aushängeschilder und Verstöße gegen die Kriterien mehr als Vertragsverletzungen, denn sie gefährdeten die Wahrnehmung einer ganzen Branche. Deshalb würden auch in der nächsten Programmphase Regelverletzungen streng geahndet, „denn für schwarze Schafe wird kein Platz sein“, stellte der ITW-Geschäftsführer klar.
Hinrichs kündigte an, voraussichtlich ab April 2018 könne Geflügelfleisch mit dem ITW-Logo gekennzeichnet werden. In einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ wies er darauf hin, dass die Zahl der Geflügelhalter, die an der Initiative Tierwohl teilnehmen, voraussichtlich drastisch steigen werde. In der Programmphase von 2018 bis 2020 dürfte die Initiative rund 70 % des Geflügels in Deutschland erreichen – doppelt so viel wie in der ersten Periode ab 2015.

„Wir dagegen liefern“
Bei Schweinen werde sich der Anteil im kommenden Jahr ebenfalls verdoppeln, mit dann 23 % allerdings auf einem niedrigeren Niveau als bei Puten und Hähnchen. Deshalb werde es bei Schweinefleisch auch weiterhin nur allgemeine Hinweise auf Packungen oder an Ladenregalen geben.  Hinrichs ging dabei auf die vom Deutschen Tierschutzbund und vom Bundeskartellamt geäußerte Kritik an der Initiative Tierwohl ein. „Unsere Kritiker überbieten sich in einem Wettbewerb, wer am lautesten rufen und die schärfsten Forderungen aufstellen kann“, so Hinrichs. Damit verspielten sie ihre Glaubwürdigkeit.

„Wir dagegen liefern“, betonte der Geschäftsführer. Die Initiative Tierwohl könne in der Summe sehr viel mehr für die Tiere erreichen als diejenigen, die ihren Idealvorstellungen in winzigen Marktnischen anhingen.
AgE/red

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