gemeinsam stark

Bauern, Bienen, Blüten

31. Mai 2018


Bunte Blühstreifen an Feldern und Äckern sehen nicht nur hübsch aus, sie bieten Nahrung und Lebensraum für viele Insekten und Wildtiere. In der Gemeinde Hude (Landkreis Oldenburg) wird in diesem Jahr ein Projekt dazu durchgeführt. Mit 10.000 Euro bezuschusst die Gemeinde den Anbau von Blühpflanzen und zahlt damit 500 Euro pro angelegtem Hektar Blühfläche.
Um die optimale Zusammenstellung für Insekten und Tiere zu finden, arbeiten Jäger, Landwirte und Imker zusammen. „Es gibt verschiedene Mischungen, je nachdem, was man erreichen will“, erklärt Josef Kuhlmann vom Biotopfonds der Jägerschaft Oldenburg/ Delmenhorst. Für die Jägerschaft ist das Projekt auch interessant, weil es nicht nur Insekten zugutekommt, sondern auch Hase, Fasan, Rebhuhn und Rehwild dort Nahrung und Schutz finden. Um auch als Brutstelle im Frühjahr zu dienen, könnte ein Teil des Blühstreifens im nächsten Jahr unbearbeitet liegen gelassen werden und der Rest würde neu angesät.
Die EU fördert das Anlegen dieser sogenannten „Honigbrache“ durch die Agrarförderung. 27 Landwirte und Privatpersonen nehmen an der Maßnahme teil. „Noch ist Geld für weitere 7.000 Quadratmeter im Topf“, berichtet Bernhard Wolff vom Kreislandvolkverband Oldenburg.
Thale Alfs
Landvolk Oldenburg

 

Spät abends im Dunkeln rollen die Traktoren bei Neun­kirchen (Landkreis Diepholz) auf die Felder. Doch sie tun nichts Verbotenes – im Gegenteil. Der späte Einsatz mit der Feldspritze ist nicht nur legal, sondern auch äußert sinnvoll. Dabei geht es dem Landwirt darum, die Pflanzenschutzmittel möglichst effektiv und umweltschonend einzusetzen. „Wenn es dunkel wird, lässt auch der Wind nach und eine unerwünschte Verteilung des Mittels wird ausgeschlossen“, erläutert Landwirt Lars-Christian Oetker.
Dank der modernen Spritzdüsentechnik und präzisen, GPS-gesteuerten Fahrgeräten kommt das Pflanzenschutzmittel punktgenau in den Pflanzenbestand. Klarer Vorteil für den Landwirt, der so weniger Kosten durch geringeren Mitteleinsatz hat. Insekten profitieren ebenfalls, da sie nachts nicht unterwegs sind. Die Gefahr, die Insekten durch direktes Besprühen oder durch Geruchsveränderungen zu schaden, wird damit gebannt. „Man kann sich zwar bessere Arbeitszeiten wünschen“, sagt Oetker, „aber diese Praxis ist allein schon wegen des Schutzes der Insekten alternativlos“.
Stefan Meyer
Landvolk Diepholz

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