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Die Netzbetreiber sind jetzt gefordert

29. November 2018

Foto: Landvolk Northeim

Aktionen Von Norden bis Süden rumort es: die von den Südlink-Planungen betroffenen Grundeigentümer sind beunruhigt. Unter dem Motto „Südlink heizt ein“ diskutierten Landwirte und Waldbesitzer ihre Sorgen mit der Bevölkerung.

Am Donnerstag voriger Woche hieß es von Stade im Norden über Rotenburg, den Heidekreis, Celle, Hannover, Peine und Northeim bis nach Göttingen überall im Land „Südlink heizt ein“. In Schwüblingsen in der Region Hannover fasste Landvolk-Vizepräsident Dr. Holger Hennies die Fakten zusammen: 50 Meter breit soll die Trasse werden, die Bodentemperatur im Sommer auf mehr als 25 Grad Celsius steigen. Erstmals ist jetzt auch die Rede davon, dass Landwirte in dem Korridor zukünftig nicht mehr alle Kulturen anbauen dürfen.

Die Betroffenen fordern ein Entgegenkommen der Netzbetreiber. Dazu zählt zunächst ein modernes Bodenschutzkonzept, aber auch die eindeutige Zusage, dass Äcker, Wiesen und Wälder zukünftig ohne Einschränkungen zu nutzen sind. Dauerhafte Zahlungen sollen ein Ausgleich der ewigen Belastung sein.

„Die Netzbetreiber müssen auf uns zugehen und verbindlich zusagen, dass Landwirte nach dem Bau der Leitung in der Bewirtschaftungsfreiheit nicht eingeengt werden“, machte Hennies die Erwartungen deutlich. Bislang lassen die Unternehmen konkrete Zusicherungen vermissen. Befürchtet werden daher Beeinträchtigungen, die in ihrem ganzen Ausmaß noch nicht abzuschätzen sind, denn es gibt keine Erfahrungswerte.
Sollte es keine Zusagen für ein umfassendes Bodenschutzkonzept geben oder sollten den Landwirten vor dem Bau der Leitung umfangreiche Negativlisten für die Kulturartenauswahl übermittelt werden, dann kann das Landvolk Niedersachsen seinen Mitgliedern die Zustimmung zum Leitungsbau nicht raten. So wurde zum Beispiel für die Trasse Wahle-Mecklar davon gesprochen, dass kein Spargel mehr angebaut werden könne, weil dann die im Boden entstehende Wärme nicht mehr abgeleitet werde.

Unterstützung erwartet das Landvolk auch von den politisch Verantwortlichen. „In Sekundenschnelle hat die Politik dem Vorzug für das Erdkabel den Weg bereitet“, erinnert Hennies. Diese Variante bürde jedoch den Flächeneigentümern die größte Last beim Trassenbau auf.

Land- und Forstwirte treiben seit dem Planungsbeginn für die Trasse Sorgen um, welche Auswirkungen die Trasse auf die Nutzung ihrer Flächen haben wird. Das Ausmaß wurde mit den Aktionen vor Augen geführt: Trecker markierten bei Einbruch der Dunkelheit mit ihren Lampen die Trassenbreite für Außenstehende. „Wir wollen von den Netzbetreibern endlich eindeutige Aussagen haben“, sagte Hennies. Er ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Südlink im Landvolk Niedersachsen und wie alle Landwirte im Ortsteil Schwüblingsen der Gemeinde Uetze von den Plänen des Netzbetreibers Tennet betroffen.

Bereits im Sommer hatte das Landvolk der Bundesnetzagentur ein Zehn-Punkte-Papier übergeben. Es listet die Erwartungen der Betroffenen auf, die nach Einschätzung des Landvolkes bei der Umsetzung der Planung erfüllt werden müssen. So sollte unter Beachtung neuer technischer Verfahren eine Verlegung entlang von Autobahnen ebenso genutzt werden wie auf öffentlichen Flächen, beispielsweise den Randbereichen von Truppenübungsplätzen.
Br

Zehn-Punkte-Papier: www.landvolk.net/Presse

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