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Im Getreide sind Feldbesichtiger unterwegs

15. Juni 2017

Foto: KWS

L P D – 15.923 Hektar Wintergetreide werden in Niedersachsen in diesem Jahr angebaut, damit die Pflanzenzüchter den Landwirten auch 2018 wieder heimisches Saatgut anbieten können. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Fläche um 4,8 Prozent ausgedehnt worden. Damit gleicht sie einen Teil des Rückganges zwischen 2015 und 2016 um 11,8 Prozent wieder aus. Der Getreideanbau in Niedersachsen wird ganz klar von Winterweizen dominiert, etwa 420.00 der über 900.000 Hektar Getreidefläche entfallen auf das ertragreiche und vielseitige Korn. In der Vermehrung macht der Weizen mit 7.878 Hektar daher etwa die Hälfte aus, die Fläche wurde um 4,6 Prozent ausgedehnt. Die Vermehrung von Winterroggen, die im vergangenen Jahr um rund ein Drittel auf 2.397 Hektar reduziert wurde, blieb  mit 2.390 Hektar stabil. Gerste wurde auf 3.098 Hektar vermehrt, nach einem starken Rückgang im Vorjahr wird damit wieder ein leichtes Plus erreicht. Die Saatguterzeugung von Triticale, einer Züchtung aus Weizen und Roggen und für die Verwertung im Futtertrog vorgesehen, blieb mit 2.431 Hektar stabil.

„Die Vermehrung der Hybrid-Gerstensorten wurde in den vergangenen Jahren drastisch reduziert und nun wieder etwas ausgeweitet“, schildert Willi Thiel. Der Leiter der Saatgut-Anerkennungsstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sieht einen weiteren Grund für das Plus bei der Gerstenvermehrung in der Pflicht zur Anbau-Diversifizierung. Alle Felder, die zur Vermehrung angemeldet sind, werden von den sogenannten Feldbesichtigern derzeit in Augenschein genommen, sie erfassen verschiedene vorgeschriebene Merkmale des Bewuchses ganz genau. Sie müssen sich in diesem Jahr beeilen, um alle Bestände im richtigen Entwicklungsstadium besichtigen zu können.

Das von den Züchterhäusern vermehrte Saatgut wird als sogenanntes Z-Saatgut bezeichnet, das Z steht für Zertifiziert. Die meisten Landwirte nutzen diese reinen Sorten ein weiteres Jahr und zweigen von der Ernte etwas für den Anbau im kommenden Jahr ab. Dafür zahlen sie Nachbaugebühren an die Züchter. Wegen zunehmender Krankheitsanfälligkeit, Sortenunreinheit und Ertragsschwankungen wird normalerweise nur die erste Generation für die eigene Vermehrung genutzt. (LPD 43/2017)

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