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Große Sorge um Getreideernte

03. August 2017

Foto: Landvolk

L P D - Die heftigen Sommerniederschläge von Ende Juli werden Niedersachsens Bauern noch lange in Erinnerung bleiben. Insbesondere in den südlichen und östlichen Landesteilen haben die Wassermassen viele Felder überflutet und zum Teil nicht wieder gut zu machende Schäden verursacht. Wo Regen und Sonne die Flächen schnell abtrocknen ließen, haben die Mähdrescher mittlerweile wieder ihre Arbeit aufgenommen. Da jetzt alle Getreidearten sowie der Raps gleichzeitig reif sind, kommen alle verfügbaren Maschinen zum Einsatz, um das kleiner gewordene Erntefenster auszunutzen. „Die Wetterprognosen erfüllen uns mit Sorge“, sagt Landvolkvizepräsident Ulrich Löhr. Nach der kurzen schwülwarmen Phase sind erneut Gewitterschauer angekündigt. Sie werden die Ernte weiter verzögern. „In einzelnen Regionen hat das äußerst ungewöhnliche Sommerwetter des Jahres 2017 auf ganzen Feldern die Jahresernte vernichtet, anderenorts sind heftige Qualitätseinbußen die Folge“, schildert Löhr. Mit Schwankungen in Ertrag und Qualität müssten Landwirte aber immer rechnen. Das Landvolk empfiehlt gleichwohl betroffenen Landwirten, vorsorglich die Schäden zu dokumentieren. Das Land Niedersachsen hat unbürokratische Hilfen für die vom Hochwasser geschädigten Bürgerinnen und Bürger angekündigt, ein Arbeitsstab soll die Schäden erfassen. Da auch Land- und Forstwirte ausdrücklich angesprochen wurden, dürfte der Nachweis eingetretener Schäden eventuell für einen späteren Ausgleich hilfreich sein.

Die Getreideernte ist bislang lediglich für die Wintergerste weitgehend abgeschlossen. Beim Winterweizen als wichtigster Getreideart haben die Mähdrescher ihre Arbeit lediglich begonnen. Nach Umfragen des Landvolkes gibt es überall bereits Qualitätseinbußen. Allerdings ist das Bild landesweit nicht einheitlich, es gibt deutliche Schwankungen bei den Erträgen sowie der Qualität des Erntegutes. Dies stellt auch Landhändler und Genossenschaften vor besondere Herausforderungen bei der weiteren Vermarktung. Während die Ackerbauern bei der Getreideernte nun deutlich im Verzug sind, müssen die vom Hochwasser betroffenen Futterbauern in den nördlichen Landesteilen in den Flussniederungen das Vieh von den Weiden holen. Die durchweichten Flächen können von den Tieren aktuell nicht beweidet werden. (LPD 57/2017)

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