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Zuckermarkt muss sich zum Quotenende neu finden

05. Oktober 2017

Foto: Imke Möller

L P D - Nasse Böden sind derzeit die größte Herausforderung für die Fahrer der Rübenroder und Verladesysteme, meldet der Landvolk-Pressedienst. Nach den ergiebigen Regenfällen im Sommer und ständigen weiteren Regenschauern sind die Böden weich und konnten auch nicht richtig abtrocknen. Das erfordert von den Maschinenführern in diesem Jahr besonderes Geschick, um die Zuckerrüben möglichst sauber zu ernten und zu verladen, den Boden nicht unnötig zu schädigen und die Maschinen nicht zu sehr zu belasten. Werden die Rüben auf öffentlichen Straßen verladen, geht die Sicherheit vor. Landwirte und LKW-Fahrer hoffen auf die Rücksicht anderer Verkehrsteilnehmern und angemessene Fahrweise, vor allem im Dunkeln oder bei Nebel. Bei Nässe kann es durch Verschmutzungen außerdem rutschig werden, auch wenn die Straßen immer so schnell wie möglich gereinigt werden.

Die Ernte der Ökorüben in Niedersachsen wurde mit Erträgen zwischen 30 und 75 Tonnen je Hektar /t/ha) und Zuckergehalten zwischen 14,5 und 19 Prozent abgeschlossenen. Diese Schwankungen in Menge und Qualität deuten sich für die gesamte Rübenernte an. Die Nordzucker AG meldet durchschnittlich 70,2 t/ha zu Kampagnenbeginn (45 bis 96 t/ha) und einen durchschnittlichen Zuckergehalt von 16,9 Prozent (14,5 bis 18,7 Prozent). Die Zuckerrüben hatten in diesem Jahr immer ausreichend Wasser zu Verfügung, aber es fehlte an Sonne. Daher haben sie zwar viel Masse gebildet, aber der Anteil des Zuckers ist etwas niedriger als erhofft. Der Zuckerertrag je Hektar liegt etwa auf Vorjahresniveau.

Mit Beginn dieser Woche ist die EU-Zuckermarktordnung Geschichte. Die niedersächsischen Landwirte haben bereits im Frühjahr auf die Marktliberalisierung reagiert und mit insgesamt rund 100.000 Hektar etwa zehn Prozent mehr Zuckerrüben angebaut als 2016. EU-weit wurde die Zuckerrübenproduktion um 17 Prozent ausgeweitet. Die zuckerverarbeitenden Betriebe in der EU rüsten sich für den Weltmarkt, Effizienzsteigerungen und Einsparungen sind geplant. Der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer sieht die Landwirte in Niedersachsen gut aufgestellt: „Wir haben den Wandel schon vor anderthalb Jahren vollzogen und langfristige Verträge gemacht. Die Landwirte sind auf die neue Welt vorbereitet“, sagt Geschäftsführer Dr. Heinrich-Hubertus Helmke. Sorge machen den Zuckerrübenanbauern die Subventionen, die in Drittländern gezahlt werden. „Wir kommen in eine Situation, wo wir in der EU die liberalste Politik haben. Aber anderswo, etwa in Brasilien, wird die Branche stark gestützt – diese Verzerrungen machen uns das Leben schwer“, bedauert Helmke. (LPD 74/2017)

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