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Seuchenprophylaxe benötigt Unterstützung

02. November 2017

Foto: Landpixel

L P D - Niedersachsens Tierhalter bitten um größtmögliche Unterstützung zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Dabei setzen sie insbesondere auf die Rücksichtnahme von Reisenden und anderen mobilen Personen sowie die der Jägerinnen und Jäger. „Unsere Tierhalter sind zur Einhaltung aller Biosicherheitsmaßnahmen sensibilisiert, aber sie sind auch dringend auf die Mithilfe aller Bürgerinnen und Bürger angewiesen“, sagt Norbert Meyer, Vorsitzender im Tierseuchenausschuss beim Landvolk Niedersachsen. Er bezieht sich auf die Risikoeinschätzung des für Tierseuchen zuständigen Friedrich Loeffler Institutes (FLI). Es stuft das Risiko des Krankheitseintrags nach Deutschland durch illegale Verbringung und Entsorgung von kontaminiertem Material als hoch ein. Dasselbe gilt für Erzeugnisse aus kontaminiertem Schweinefleisch, die entlang des Fernstraßennetzes und in Gewerbegebieten entsorgt werden. Von Reisen sollten generell keinerlei tierische Erzeugnisse mitgebracht werden. Da sich das Virus in der Wildschweinpopulation schnell verbreiten kann und die Schwarzwildbestände in Deutschland groß sind, bittet das Landvolk alle Jägerinnen und Jäger um intensive Bejagung des Schwarzwildes. Damit soll das Übertragungsrisiko minimiert werden.

Die tödliche Tierkrankheit grassiert in den östlichen Anrainerstaaten zu Deutschland, das FLI hat bis zum 24.Oktober 2.777 Fälle von ASP im Baltikum, in Polen, Tschechien, Rumänien und der Ukraine registriert. Die Tierseuche ist damit gefährlich nahe an Deutschland herangerückt. Die Afrikanische Schweinepest ist eine fieberhafte, hoch ansteckende Allgemeinerkrankung der Haus- und Wildschweine mit seuchenhaftem Verlauf, hoher Krankheitshäufigkeit und hoher Sterblichkeit. Verursacht wird die Erkrankung durch ein Virus mit langer Überlebensdauer in der Umwelt. Die Infektion führt sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung und ist fast immer tödlich! Eine Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht nicht. Schweinehalter sollten ihre Bestände zurzeit noch aufmerksamer und regelmäßiger beobachten und bei Auffälligkeiten unverzüglich den Tierarzt konsultieren. Eine Einschleppung nach Deutschland hätte schwere Folgen für die Gesundheit der Wild- und Hausschweinebestände und die landwirtschaftliche Tierhaltung. Einen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest gibt es zurzeit nicht, er wird auch auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung stehen. Daher ist die Einhaltung strikter Vorsichtsmaßnahmen der einzige echte Schutz! Neben Landwirten, Tierärzten und Jägern ist hier auch die Bevölkerung, allen voran Touristen, aufgerufen, das Risiko eines Eintrags zu minimieren. (LPD 81/2017)

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