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Umstellung auf Ökolandbau ist ein Familienthema

09. April 2018

Foto: Landvolk

L P D - Der Ökolandbau auf Deutschlands Höfen hat sich in den vergangenen Jahren langsam, aber stetig auf knapp 7,5 Prozent Anteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche erhöht.  Er ist damit weit von der 2001 von der damaligen Landwirtschaftsministerin Renate Künast angestrebten 20 Prozent-Marke entfernt. In Niedersachsen ist der Ökoflächenanteil in der Landwirtschaft mit 4,4 Prozent noch deutlich geringer, die konventionelle Agrarwirtschaft profitiert von guten Strukturen in den vor- und nachgelagerten Branchen. Auf der anderen Seite gibt es nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes deutliche Zuwächse mit Öko-Lebensmitteln, vornehmlich im Lebensmitteleinzelhandel, und damit auch Umstellungsanreize. Zunehmendes Interesse am Ökolandbau registriert daher auch die Umstellungsberatung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, berichtete Ulrich Klischat im Ökoausschuss des Landvolkes Niedersachsen von seiner Tätigkeit.

Einen wichtigen Einflussfaktor für eine erfolgreiche Umstellung sieht der Berater in der Betriebsleiterfamilie. Die gesamte Familie muss die Entscheidung mittragen und über entsprechendes Wissen verfügen. Ökobauern benötigen in manchen Dingen auch ein „dickeres Fell“ als ihre konventionellen Kollegen, sie werden kritischer beäugt. Auf jeden Fall werden trotz Umstellungsprämien finanzielle Reserven für die wirtschaftlich schwierige Phase der Umstellung benötigt. Ähnlich wie in der konventionellen Landwirtschaft entscheiden Rahmendaten wie Marktnähe, Bodenqualität, Beregnungsmöglichkeit aber auch Toleranz der Verpächter über eine erfolgreiche Umstellung. Reine Bio-Ackerbauern benötigen Kartoffeln und Feldgemüse als Umsatzbringer, auch Öko-Eier oder Biomilch bieten finanzielle Chancen. Grundsätzlich sollten die Vermarktungsmöglichkeiten zuvor geklärt werden. „Biobauern und konventionelle Landwirte rechnen ähnlich“, schildert Carsten Bauck als Vorsitzender des Ökoausschusses im Landvolk Niedersachsen. Die höheren Preise im Ökolandbau werden mit geringeren Erträgen und höheren Aufwendungen begründet. Längst nicht jeder Landwirt, der seinen Umstellungswunsch mit der Beratung vorurteilsfrei durchrechnet, wagt anschließend den Schritt. Nur etwa jeder dritte umstellungsinteressierte Landwirt setzt den Plan anschließend auch in die Tat um. (LPD 27/2018)

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