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Weidetierhalter fordern schnelle Entscheidungen

08. November 2018

Foto: Anne Friesenborg

L P D - Schnellere Entscheidungen und entschiedenes Handeln erwarten Niedersachsens Weidetierhalter von den Umweltministern in Bund und Ländern. Immer mehr Tierhalter geben auf, weil sie keine weiteren Übergriffe auf ihre Tiere durch Wölfe erdulden wollen. Bei der in Bremen tagenden Umweltministerkonferenz von Bund und Ländern machen Weidetierhalter aus mehreren Bundesländern, unter anderem Niedersachsen, auf die prekäre Situation aufmerksam. „Den Tierhaltern läuft die Zeit davon, sie können nicht darauf warten, bis sich zaudernde Politikerinnen und Politiker auf eine Linie verständigt haben“, sagt dazu Landvolkvizepräsident Jörn Ehlers. Für auffällig gewordene Wölfe, die in Niedersachsen wiederholt auf Weiden viele Tiere gerissen haben, muss der Abschuss endlich erlaubt werden. Das Landvolk unterstützt daher den Antrag des niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies, die Ausnahmereglungen des EU-Rechtes unverändert in das Bundesnaturschutzgesetz zu übernehmen. Parallel dazu muss der Minister nach Überzeugung des Landvolkes eine Wolfsverordnung erarbeiten, die den rechtlichen Rahmen dafür vorgibt. Auch EU-Kommission und Bundesamt für Naturschutz bestätigen die grundsätzliche Möglichkeit zum Abschuss. Niedersachsens Weidetierhalter verweisen auf Frankreich und andere EU-Länder, wo ein Abschuss von Wölfen bereits jetzt möglich ist.

Mehr als 20 Wolfsrudel sind in Niedersachsen inzwischen nachgewiesen, damit streifen mehr als 200 Wölfe durch das Land, Tendenz stark steigend. Die Herdenschutzmaßnahmen bieten bei weitem keinen ausreichenden Schutz. Immer wieder gab es auch bei entsprechenden Einzäunungen Übergriffe durch Wölfe. In den weiten Weidelandschaften oder an Deichen und in großräumigen Naturschutzgebieten wie der Lüneburger Heide sind solche Einfriedungen ein zu starker Eingriff in das Landschaftsbild und nicht zu realisieren. Dies sehen auch Naturschutzverbände ähnlich, es gibt einen Konflikt zwischen Natur- und Wolfsschutz. Auch der Deichschutz würde massiv eingeschränkt, wenn die Pflege der Deiche nicht mehr die notwendige Trittsicherheit erhält. „Tote Schafe können keine Deichpflege betreiben, und ohne Deichpflege gibt es keinen Hochwasserschutz“, hat es kürzlich ein Landwirt auf einer Diskussionsveranstaltung des Landvolkes treffend beschrieben. (LPD 85/2018)

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