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Als Werker in der Landwirtschaft arbeiten

29. November 2018

Foto: landpixel

L P D - Die Eingliederung junger Menschen mit Behinderung auf den ersten Arbeitsmarkt, die aufgrund ihres Handicaps die Anforderungen im regulären Ausbildungsberuf nicht erfüllen können, ist eine große Herausforderung. Doch gerade für junge, naturverbundene Leute, die gerne mit Menschen, Tieren und Pflanzen arbeiten und wiederkehrende, einfache Aufgaben zuverlässig erledigen können, stellt die Ausbildung zum Werker in der Landwirtschaft ein mögliches Beschäftigungsfeld dar, teilt der Landvolk-Pressedienst mit. Die Ausbildung zum Werker ist angesichts der häufig vorliegenden Lernbehinderung stark praxisorientiert. Landwirtschaftliche Ausbildungsbetriebe mit Milchvieh- oder Schweinehaltung sind hierfür besonders gut geeignet. „Drei Jahre dauert diese Qualifizierung, die keine Voll-Ausbildung, sondern eine Reha-Maßnahme ist“, erklärt Christine Kolle, Bildungsreferentin des Landvolks Niedersachsen. Zuständig für die Ausbildungsinhalte ist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK). Ausbildungsberater betreuen bis zur Abschlussprüfung die Werker-Azubis. „Das Vermitteln der theoretischen Kenntnisse erfolgt dabei auf deutlich abgesenktem Niveau – und auch bei der Abschlussprüfung werden sowohl der theoretische als auch der praktische Teil inhaltlich reduziert“, erklärt Ausbildungsberater Richard Didam. Angelehnt an die landwirtschaftliche Ausbildung lernen die Werker-Azubis die betrieblichen und organisatorischen Zusammenhänge des Hofes kennen, erfahren Wissenswertes über Arbeitsschutz und -sicherheit, erlernen die Techniken der Produktion und Vermarktung, wie Lagerhaltung und den Verkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse, und werden in den Bereichen Pflanzen- und Tierproduktion ausgebildet. Die schulische Ausbildung findet an Berufsschulen statt seit der Umsetzung des inklusiven Gedankens in den regulären Berufsschulklassen der Landwirte. „Bei Bedarf können aber separate Werker-Klassen eingerichtet werden, wo dann niveauangepasst unterrichtet werden kann“, sagt Richard Didam.

Nach der Ausbildung heißt es dann auf Stellensuche gehen. Mit ihrem Wissen und dem T-Führerschein arbeiten Werker fortan auf Betrieben, in denen über das Jahr regelmäßig wiederkehrende Arbeiten anfallen, wie das Befüllen von Futtermischwagen und Füttern der Tiere. Seit dem Start der Werker-Ausbildung im Jahr 2005 wurden an den Ausbildungsstätten stetig steigende Zahlen verzeichnet. Durchschnittlich haben die Frauen hierbei einen Anteil von 15 Prozent. 15 Werker-Azubis machten die Ausbildung 2008, schon 38 im Jahr 2010 und 77 Personen in 2017. „Dieses Jahr sind es 82 und wir sind froh, dass alle im Anschluss einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt finden“, erklärt Didam. Motiviert durch den Erfolg schaffen einige von ihnen anschließend sogar die Vollausbildung zum Landwirt. Weitere Infos unter www.lwk-niedersachsen.de (LPD 91/2018)

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