gemeinsam stark

Von Bäumen, Tieren und Maschinen

04. Mai 2018


Berufsfindung Am letzten Donnerstag im April sind die weiterführenden Schulen buchstäblich menschenleer. Dann erkunden Schüler in der Praxis, was als Beruf für sie in Frage kommen könnte. Auch die Grünen Berufe sind gefragt. Impressionen vom Zukunftstag.

Seit vier Jahren bereitet Erik Lohmeyer vom Niedersächsischen Forstamt in Ankum (Landkreis Osnabrück) Auszubildende auf ihr Berufsleben vor. Als Forstwirtschaftsmeister kümmert er sich auch um die Schüler und Schülerinnen, die sich jährlich für den Zukunftstag anmelden. „Ich finde das Format gut, um einfach mal in den Beruf reinschnuppern zu können. Die Mädchen und Jungen verschaffen sich so einen kleinen Überblick“, sagt er. Zwei Schüler und eine Schülerin der Integrierten Gesamtschule Fürstenau besuchten ihn vergangene Woche an seinem Arbeitsplatz, der Revierförsterei Westerholte. Bei der Betreuung der Fünft- und Sechstklässler hatte er Unterstützung von zwei Auszubildenden des Forstamtes.

Die Tätigkeit als Forstwirt bietet viel Abwechslung, das merkten die Kinder schon an einem einzigen Tag. Die 12-jährige Julie Menke hat den Ort für ihren Zukunftstag ganz bewusst gewählt. „Ich liebe die Natur, mag Pflanzen und bin am liebsten an der frischen Luft“, berichtet sie begeistert und fügt hinzu, sie wolle später gern einen Jagdschein machen. Mit ihrem Hund, einem kleinen Münsterländer, geht sie schon jetzt regelmäßig zur Jagdschule, um ihn für seinen späteren Einsatz vorzubereiten.

Erik Lohmeyer versucht, den Kindern an ihrem Zukunftstag einen Querschnitt durch die meisten Tätigkeiten als Forstwirt zu ermöglichen. Für Justus Revermann und Thorben Heidemann gehörte der Anblick des Harvesters zu den Höhepunkten des Tages. Doch alle drei Kinder ließen es sich nicht nehmen, die Kabine des gewaltigen Holzvollernters zu erklimmen. Getreu dem Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ legten sie vorher, gemeinsam mit Erik Lohmeyer, Mais auf Kirrplätzen und Wildäckern aus. Bei der Aufforstung der Wälder packten sie trotz des wechselhaften Wetters fleißig mit an, setzten Buchen und pflanzten ausgefallene Douglasien nach. Ob sie später Forstwirt werden möchten, konnten die Kinder nach ein paar Stunden noch nicht sagen, aber gefallen hat der Zukunftstag allen dreien. Für die Berufsfindung rät Erik Lohmeyer allen Interessierten zu einem freiwilligen Praktikum. „Mehrere Wochen außerhalb der Schulzeit ein Praktikum zu machen, ermöglicht einen besseren Einblick in den Beruf und zeigt, dass man wirklich Interesse hat“, sagt er.

Friederike Husmann

 

 

 

Spannender Einsatz
Grafschaft Bentheim Jessica und Lara durften bei Jutta und Derk Rolink in Suddendorf unter anderem Ferkel absetzen, Ohrmarken einziehen und Sauen umtreiben. Außerdem beobachteten sie den Sauenscanner bei der Arbeit. „Super, am liebsten würden wir ein Ferkel mit nach Hause nehmen“, sagten die Mädchen abschließend. Beim Legehennenbetrieb von Stefanie und Karl-Heinz van der Veen aus Laar-Echteler waren Lenja und Emily Baumann zu Gast. „Es war spannend, dass wir überall mithelfen durften. Ich war vorher noch nie in einem Hühnerstall“, sagte Lenja begeistert.
Johanna Grönloh, Landvolk Grafschaft Bentheim

 

 

Tiere und Technik
Emsland Insgesamt neun Schüler nahm die Vereinigung des Emsländischen Landvolkes e.V. (VEL) unter die Fittiche. Sie durften bei den Milchviehbetrieben Schwering (Groß Hesepe) und Everinghoff (Schapen) anpacken, bei Teepker in Handrup etwas über Hähnchen- und Ferkelhaltung lernen oder bei Georg Meiners (Freren) die Technik kennenlernen. Während es Max und Hendrik besonders die Biogasanlage angetan hatte, fand Lars das Melken toll. Dagegen begleitete Sophia Book VEL-Öffentlichkeitsarbeiterin Kathrin Ter-Heide als Reporterin auf verschiedene Höfe. „Ich fand alle Bauernhöfe mit den Tieren interessant“, sagte sie.
Kathrin Ter Heide, VEL

 

Mit Leib und Seele Landwirt
DiepholzAuf drei Betrieben hatte das Landvolk Diepholz beim Zukunftstag Schüler untergebracht. Oliver möchte später den väterlichen Betrieb übernehmen und ist schon jetzt mit Leib und Seele Landwirt. Er besuchte den Hof Keller in Klein Lessen. Chiara war auf dem Betrieb von Jürgen Langhorst in Diepholz dabei, als Jungsauen geliefert wurden. Außerdem durfte sie einstreuen und Jungsauen treiben. Die Brokser Sauen vom Betrieb Henke in Bruchhausen-Vilsen hatten Besuch von Max. Er war so begeistert, dass er ein Praktikum auf dem Betrieb machen und mehrere Tage dort verbringen möchte.
Rebecca Göllner, Landvolk Kreisverband Grafschaft Diepholz

 

 

Viele Antworten erhalten
Osterholz In Osterholz-Scharmbeck waren Max, Belinda, Fynn und Emily auf dem Betrieb von Hanke Bohlen. Sie halfen beim Füttern der Tiere und sorgten für neue Einstreu. „Jetzt wissen wir auch, dass Weißblaue Belgier keine Kaninchen sind“, sagten die vier Schüler schmunzelnd. Fasziniert waren die vier zudem von der computergesteuerten Melkanlage im modernen Stall. Leif und Lauren halfen engagiert auf dem Betrieb von Heiner Kück in Neu Sankt Jürgen im Landkreis Osterholz. „Es war ein toller Tag. Herr Kück hat uns alles super erklärt“, erklärten die beiden unisono.
Birgit Pape, Landvolk Osterholz

 

Kühe und Kälber betreut
Region HannoverViel zu tun gab es für Lorenz Wegener aus Liethe, der seinen Zukunftstag auf dem Milchviehbetrieb von Familie Arkenberg in Wunstorf-Kolenfeld in der Region Hannover verbrachte. Auf seinem Programm standen zum Beispiel Füttern der Kühe und Kälber, melken und Klauenpflege.

Lorenz arbeitet generell gerne mit Tieren. Besonders gefallen hat ihm allerdings der Melkroboter auf dem Hof. „Ich finde es toll, dass sich die Kühe frei bewegen und entscheiden können, wann sie gemolken werden“, sagte er anschließend begeistert.
Lisa Johannes, Landvolk Hannover

 

 

 

Tolle Zusammenarbeit
Ammerland Insgesamt 52 Schüler im Alter von 10 bis 14 Jahren verbrachten ihren Zukunftstag bei den Milchviehbetrieben der Familie Eiting in Wiefelstede-Lehe, der Familie Hülsebusch in Westerstede-Torsholt und der Familie Bölts in Apen. Seit vielen Jahren gestalten die Berufsbildenden Schulen III, die Landwirtschaftskammer und der Ammerländer Landvolkverband diesen Tag gemeinsam. Die Fachschüler der BBS III arbeiteten in den Betrieben Stationen aus, an denen die Kinder Tätigkeiten eigenständig verrichten und die Landwirtschaft mit allen Sinnen erleben können.
Dr. Tatjana Hoppe, Landvolk Ammerland