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Standortvorteile machen Export erst sinnvoll

05. März 2018

Foto: landpixel

L P D - Südamerika ist klimatisch deutlich im Vorteil, wenn es um den Anbau von Sojabohnen geht, das gemäßigte Klima Europas bringt hervorragende Weizenerträge. Anders herum wären die Produktionskosten und der Flächenbedarf weitaus höher. Diese Preisvorteile machen den Export von Agrarprodukten sinnvoll, und er blüht in Zeiten guter Weltkonjunktur, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Im Weltagrarhandel steht Deutschland nach Zahlen der Welthandelsgesellschaft (WTO) auf Platz drei. Im Jahr 2016 wurden weltweit Agrargüter im Wert von 1.610 Milliarden US-Dollar exportiert, 4,7 Prozent (76 Mrd. USD) davon stammten aus Deutschland. Nur die USA und die Niederlande sind stärker im Export. Beim Import von Agrargütern steht Deutschland mit 100 Mrd. USD ebenfalls auf Platz drei. Werden Im- und Exporte gegeneinander verrechnet, ergibt sich für Deutschland ein Handelsdefizit.

Mit Abstand der größte Nettoexporteur von Agrarprodukten ist Brasilien, die Exporte überstiegen die brasilianischen Importe um 58 Mrd. USD. Mit großem Abstand folgen Argentinien mit einem Volumen 34 Mrd. USD und die Niederlande mit 23 Mrd. USD Exportüberschuss. Die EU weist im Jahr 2016 ein Außenhandelsplus von18,9 Mrd. USD aus. Importiert werden in erster Linie Obst und Gemüse, einschließlich Verarbeitungserzeugnissen, sowie Ölsaaten und Ölsaatenprodukte als Futtermittel. Aber auch Kaffee, Tee, Kakao, Tabak und Fleischwaren aus Drittländern sind in der EU beliebt. Exportiert werden vor allem Getreide, Milch und Fleisch, jeweils einschließlich Verarbeitungserzeugnissen, aber auch Wein, Bier und Spirituosen. Fisch und Fischwaren werden in dieser Statistik nicht berücksichtigt, andernfalls würde die EU ein Agrarhandelsdefizit von zwei Mrd. USD für das Jahr 2016 ausweisen.

Im internationalen Vergleich hat die EU den am stärksten geöffneten Agrarmarkt, davon profitieren Schwellen- und Entwicklungsländer. Niedrige oder gar keine Zollsätze machen den Handel mit Europa attraktiv, die Schwellen-und Entwicklungsländer liefern mehr Agrargüter in die EU als in die USA, Kanada, Japan, Australien und Neuseeland zusammen. Aus Schwellen- und Entwicklungsländern importierte Waren wie südländisches Obst und Gemüse, Kaffee, Tee und Kakao konkurrieren kaum mit EU-Produkten, diese Importe machen 69 Prozent aller EU-Importe aus. 54 Prozent der EU-Exporte haben Schwellen- und Entwicklungsländer zum Ziel. (LPD 18/2018)

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