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Düngeverordnung ist mit viel Bürokratie verbunden

08. März 2018

Foto: Landpixel

L P D - Bilanzieren, dokumentieren, berechnen – auf die Landwirte ist mit der seit Januar gültigen neuen Düngeverordnung erheblicher Aufwand am Schreibtisch hinzugekommen. Nach Schätzungen des Landvolkes Niedersachsen muss etwa jeder dritte Landwirt als Tierhalter, Abnehmer von Wirtschaftsdünger oder Betreiber einer Biogasanlage zusätzliche Bilanzen erstellen. Mehr als 10.000 Landwirte werden erstmals eine Stoffstrombilanz vorlegen müssen. Schon bisher haben die Landwirte für ihre Düngebilanzen die Ertragserwartungen zu Grunde gelegt und danach den notwendigen Düngeaufwand berechnet. Jetzt genügen dafür keine praxisüblichen Faustzahlen oder Berechnungen mehr, die Daten müssen exakt bilanziert und dokumentiert werden. Dazu zählen der Warenbeleg des zugekauften Mineraldüngers mit allen Nährstoffangaben, der Zukauf von Saatgut, Zucht- und Nutzvieh bis hin zum Verkauf von Ernteprodukten sowie Vieh, aber auch die Futtererzeugung. Alles dies wird in Nährstoffeinheiten umgerechnet. Letztlich muss der Landwirt dafür die Frage beantworten, wie viel Kilogramm Stickstoff er sich beispielsweise mit einem neuen Zuchtbullen in seine Mutterkuhherde holt?

Das Landvolk appelliert an die mit der Umsetzung beauftragten Behörden, Meldefristen und Überprüfungen möglichst zu entschlacken und das Maß der Bürokratie auf ein erträgliches Maß zu beschränken. „Die praktischen Landwirte sind durch die sehr komplexen Anforderungen sehr stark verunsichert. Sie wollen die Vorgaben korrekt umsetzen, aber sie befürchten ungewollte Fehltritte wider besseres Wissen“, schildert Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke seinen Eindruck von Gesprächen mit praktischen Landwirten. Zugleich ist auch der Beratungs- und Informationsbedarf zum neuen Düngegesetz hoch. Die Landwirtschaftskammer hat in entsprechenden Veranstaltungen seit dem Herbst stets volles Haus gehabt, die Unterstützung von Landvolk und anderen Beratungsorganisationen wird ebenfalls gut genutzt. Zusätzliche Anstrengungen sind zudem im Bau von Güllelagerstätten notwendig, dies hat nicht zuletzt der Sommer 2017 mit seinen widrigen Witterungsverhältnissen deutlich gemacht. „Mit dem Ausbau der Lagerstätten wollen Landwirte ihre Höfe für die neuen Anforderungen zum Schutz der Umwelt ertüchtigen“, sagt der Landvolkpräsident und macht sich für ein entsprechendes Förderprogramm des Landes stark. (LPD 19/2018)

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