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Bauern wollen das neue Düngerecht schnell umsetzen

28. März 2018

Foto: Landvolk

L P D - „Unsere Landwirte nehmen die Herausforderungen an.“ Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke zeigt sich mit Blick auf die heute vorgestellten Ergebnisse des jüngsten Nährstoffberichtes optimistisch, dass die Bauern sich an die Vorgaben des neuen Düngerechtes anpassen können. Er warnt allerdings vor zum Teil drastischen Folgen in erster Linie für kleinere Betriebe. „Betriebsleiter, die bereits ein Ausstiegsszenario anstreben, werden dies mit Blick auf die neuen Vorschriften vorziehen, andere werden diese Option jetzt ins Auge fassen“, schildert der Landvolkpräsident. Damit würde sich die Landwirtschaft weiter in eine Richtung entwickeln, die gesellschaftlich kritisiert wird: hin zu größeren Einheiten. Die nach dem neuen Düngerecht auf vielen Höfen erforderlichen Investitionen in größere Lagerstätten für Gülle, Festmist und auch Silage, moderne Ausbringungstechnik oder auch die Reduzierung der Tierbestände seien in erster Linie von kleineren und mittleren Betrieben nicht zu verkraften. „Die Investitionen schmälern bei diesen Höfen direkt die Gewinne, die Wirtschaftlichkeit ist dann nicht mehr gegeben“, bedauert Schulte to Brinke.

Zugleich weist er auf die jüngsten Änderungen im Düngegesetz hin, die der Düngebehörde ohne zusätzlichen Mehraufwand für die Landwirte einen umfassenden Überblick über den einzelbetrieblichen Wirtschaftsdüngeranfall und zielgerichtete Überwachungsmaßnahmen ermöglichen. „Weitere Meldepflichten haben keinen Mehrwert für die Behörden und belasten nur die vielen ordnungsgemäß wirtschaftenden Landwirte“, wehrt er überzogene zusätzliche Bürokratie ab. Er appelliert an die Behörden, die mit der neuen Düngeverordnung geänderten Vorschriften mit verhältnismäßigen Fristen und pragmatischen Lösungen für die Bauern umzusetzen und so der Gefahr von verstärkten Betriebsaufgaben vorzubeugen. Dazu sieht er landesweit in der Förderung und Genehmigung neuer Zwischenlager für Wirtschaftsdünger eine vordringliche Aufgabe, um die vom Düngerecht verlangte Konzentration auf eine fast ausschließliche Ausbringung im Frühjahr und Frühsommer möglichst schnell umsetzen zu können.  (LPD 25/2018)

Landvolk-Infobrief Umwelt vom 29.03.2018

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