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Wildtierverluste bei der Mahd lassen sich vermeiden

19. April 2018

Foto: Landvolk

L P D - Die Mahd von Grünland oder Energiepflanzen wie Grünroggen steht bald an. Der Termin fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs aufziehen und sicher wähnen. Doch „Ducken und Tarnen“ schützen zwar vor dem Fuchs, nicht aber vor dem Kreiselmäher. Darauf machen Landvolk, Landesjägerschaft und Landwirtschaftskammer Niedersachsen aufmerksam. Für die bevorstehenden Mäharbeiten geben sie ihren Mitgliedern gemeinsame Empfehlungen. Eine effektive Wildtierrettung beginnt bereits vor der Mahd. Die geplanten Erntetermine müssen mindestens  24 Stunden vorher mit dem Jagdpächter abgesprochen werden. Alternativ können die Landwirte selbst erforderliche Maßnahmen zur Wildtierrettung ergreifen, wie Absuchen der Wiesen mit Jagdhunden, Einsatz von Wildrettern oder Vergrämung (Vertreiben). Kostengünstige und sehr effektive Vergrämungsmaßnahmen sind beispielsweise Knistertüten oder Flatterbänder in den Saumbereichen. Auch der Einsatz von elektronischen Wildscheuchen hat sich im Praxiseinsatz bewährt und hilft, Wildtierverluste zu vermeiden.

Zusätzlich sollten während der Mahd einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Die Verbände empfehlen, das Feld beim Grünlandschnitt von innen nach außen zu mähen, wobei flächenspezifische Besonderheiten zu berücksichtigen sind, z.B. bei stark befahrenen Straßen einseitig von der Straße her mit der Mahd beginnen. Die Mahd von innen nach außen ermöglicht Wildtieren durch das noch stehende Gras die Flucht zu den Seiten aus den Feldern. Die Saumbereiche sind als Aufenthaltsorte bei Reh, Hase, Fasan und Co. besonders beliebt und erfordern zusätzliche Vorsicht. Als sehr erfolgreich hat sich auch der Einsatz so genannter akustischer Wildretter erwiesen. Diese an den Erntemaschinen angebrachten Signaltongeber erzeugen einen Piepton, der Wildtiere zur Flucht veranlasst. In sensiblen Gebieten mit bekannt hoher Wilddichte sollte bei den Mäharbeiten die Geschwindigkeit verringert, in der Dunkelheit auf Mäharbeiten möglichst gänzlich verzichtet werden, da sich viele Wildtiere vor den hellen Scheinwerfer instinktiv drücken(ducken) und nicht mehr flüchten.

In jüngerer Zeit kommen vermehrt weitere technische Hilfsmittel wie beispielsweise Drohnen mit Wärmebildkameras zum Einsatz. Sie können dabei helfen, Wildtiere in den Flächen aufzufinden, um sie so vor den Erntemaschinen zu retten. Ihr Einsatz ist nicht flächendeckendeckend gewährleistet und zudem stark von äußeren Faktoren wie z.B. der Außentemperatur abhängig ist. Daher behalten die bewährten Maßnahmen und Strategien zur Vermeidung von Wildtierverlusten bei der Mahd ihre essenzielle Bedeutung. (LPD 30/2018)

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