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Extremsommer reißt Löcher in die Bilanzen der Bauern

09. Juli 2018


L P D – Die frühe und extreme Sommerwitterung in den norddeutschen Landesteilen hat den Ertrag auf Feldern und Wiesen buchstäblich weggetrocknet. „Die Getreideernte bestätigt jetzt unsere Befürchtungen, aber auch bei Kartoffeln, Rüben und Mais sowie auf Wie-sen und Weiden ist das Wachstum nahezu zum Erliegen gekommen“, schildert Landvolk-präsident Schulte to Brinke. Erste Schätzungen des Landvolkes waren bei der Getreiderundfahrt vor einer Woche (2. Juli) von einem Minus bei der Getreideernte mit rund 20 Prozent ausgegangen. Danach würde die Gesamternte in Niedersachsen mit knapp fünf Mio. t um rund eine Mio. Tonne niedriger ausfallen als im ohnehin schwachen Vorjahr. Mit Blick auf die Wetterprognosen mit weiter anhaltendem Sonnenschein wird das Minus bei den Erträgen vermutlich erheblich größer ausfallen. Bundesweit hat der Deutsche Bauernverband ebenfalls deutliche Ertragseinbußen prognostiziert, mit aktuell rund 41 Mio. t werden gegenüber 2014 voraussichtlich mehr als zehn Mio. t Getreide weniger geerntet. Auf EU-Ebene geht der Europäische Bauernverband Copa ebenfalls von einer geringeren Getreideernte aus, er korrigierte die Erwartungen um rund zehn Prozent auf 274 Mio. t herunter.

Diese Entwicklungen wirken sich mittlerweile auch auf den Märkten aus. Die Verkaufsbereitschaft der Landwirte ist aktuell nicht sehr ausgeprägt. Sie wissen aus der Vergangenheit, dass zur Erntezeit die Preise im Allgemeinen nicht in den Himmel wachsen. Die Lagerbestände aus der alten Ernte dürften aber weitgehend abgebaut sein. Das knappere Angebot trifft nun zunächst die Tierhalter, die ihre Futtervorräte auffüllen müssen. „Unsere Ackerbauern werden ihre Ertragsausfälle auch über höhere Preise bei weitem nicht ausgleichen können“, schildert Schulte to Brinke. Auf der Gegenseite sieht er auch die Tierhalter mit finanziellen Belastungen konfrontiert, wenn die Getreidepreise ansteigen und sich das Mischfutter oder auch das Futtergetreide verteuert. „Die über einen so langen Zeitraum ungewöhnlich hohen Temperaturen und die ausgeprägte Trockenheit werden bei den Landwirten tiefe Löcher in die ohnehin schon strapazierten Bilanzen reißen“, befürchtet Schulte to Brinke. Tierhalter werden aber die fehlenden Grundfuttervorräte kaum ausgleichen können, denn auf den Wiesen ist nach dem ersten Schnitt kein Futter nachgewachsen. Überall im Land wünschen sich die Landwirte bald ergiebige Niederschläge, um die Vorräte der ausgetrockneten Böden aufzufüllen - allerdings darf der Regen auch die Getreideernte nicht stören! (LPD 1850/2018)

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