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Städte und Veredlungsregionen sind „jung“

21. Januar 2019

Foto: Landpixel

L P D - Wer auf dem Land lebt, weiß was dahintersteckt, wenn Politiker über Daseinsvorsorge und Attraktivität des ländlichen Raumes sprechen. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Ärztemangel, leere Geschäfte in den Kleinstädten – von den Dörfern ganz zu schweigen – und die schlechte Internetversorgung führen zur Abwanderung vor allem der jungen Bevölkerung. Dies alles beschleunigt die Überalterung des ländlichen Raumes. Im aktuellen Monatsheft des Landesamts für Statistik Niedersachsen beispielsweise wird der Landkreis Goslar zum Stichtag 31.12.2017 mit dem geringsten Anteil (15,7 Prozent) an jungen Menschen unter 20 Jahren erwähnt, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

2017 waren 7,9 Mio. Menschen in Niedersachsen gemeldet. Davon waren gut 1,5 Mio. junge Menschen unter 20 Jahren (18,9 Prozent). Die landwirtschaftliche Veredlungsregion Cloppenburg ist hier mit 23,2 Prozent Spitzenreiter, gefolgt von Vechta und dem Emsland sowie der Grafschaft Bentheim mit etwas über 20 Prozent. Fast 60 Prozent der Niedersachsen (4,7 Mio.) sind im erwerbsfähigem Alter zwischen 20 und 65 Jahren. Ihr Anteil ist aufgrund der Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten mit jeweils mehr als 60 Prozent besonders hoch in den Städten Göttingen, Osnabrück, Hannover und Oldenburg. In der Fläche schnitten die Landkreise hier schlechter ab. Schlusslicht ist Lüchow-Dannenberg mit 55,2 Prozent und nur unwesentlich besser mit etwas über 56 Prozent sind die Landkreise Cuxhaven, Holzminden und Hameln-Pyrmont. Weiter gibt es in Niedersachsen 1,2 Mio. „junge Senioren“ (65 bis 80 Jahre) und mehr als eine halbe Million „Hochbetagte“ im Alter von mehr als 85 Jahren. Auch hier weisen die Landkreise Vechta und Cloppenburg mit gut elf Prozent sowie die Uni-Städte Hannover, Osnabrück und Göttingen mit knapp 13 Prozent den geringsten Anteil auf. In den Landkreisen Goslar, Holzminden und Hameln-Pyrmont leben mit über acht Prozent die meisten Hochbetagten. In Vechta und Cloppenburg sind es hingegen unter fünf Prozent. Die Bevölkerungsdichte lag 2017 in Niedersachsen bei 167 Menschen pro Quadratkilometer (km2). Den wenigsten Platz hat der Niedersachse in Hannover: 2.619 Personen müssen sich hier einen km2 teilen. Göttingen, Osnabrück und Hildesheim liegen dagegen bei gut über 1.000 Personen/km2. Auf dem Land ist hingegen Platz. In Niedersachsens bevölkerungsmäßig kleinstem Landkreis Lüchow-Dannenberg steht für 39 Personen ein Quadratkilometer zur Verfügung, gefolgt von Uelzen mit 63. Der Geburtenrückgang landesweit von über 20.000 Geburten konnte durch Zuwanderung von mehr als 38.000 Personen aufgefangen werden. Cloppenburg verzeichnet den größten Zuwanderungsgewinn (1,2 Prozent), Lüchow-Dannenberg hingegen den größten Verlust mit minus einem Prozent. (LPD 6/2019)

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