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Milchviehhaltung bleibt in kleineren Strukturen

31. Januar 2019

Foto: Landvolk

L P D – Die durchschnittliche Kuhzahl in Niedersachsens Milchviehhaltung ist im vergangenen Jahr gestiegen, die Mehrzahl der Höfe hält aber deutlich unter 200 Kühen. Genau 92 Milchkühe sind das statistische Mittel, zitiert der Landvolk-Pressedienst aus einer Aufstellung der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen. Nur 779 Milchviehhalter sind in die Größenordnung von 200 und mehr Kühen aufgestiegen. Sowohl was die Zahl der Kühe als auch die der Halter betrifft, liegt die Größenordnung von 50 bis 199 Tieren vorn: Auf 5.220 Höfen leben 541.045 Milchkühe. Erstaunen dürfte die recht große Zahl sehr kleiner Milchviehhaltungen mit maximal neun Kühen, hier hat das Landesamt für Statistik 1.127 Halter mit 3.578 Tieren ermittelt, also im Schnitt Bestandsgrößen mit gerade mal gut drei Kühen. An der Spitze ist die Tierzahl auf durchschnittlich 690 Kühe gestiegen. Alle Daten wurden zur amtlichen Viehzählung am 3. November 2018 ermittelt. Die Gesamtkuhzahl betrug an diesem Tag 849.182 Tiere auf 9.228 Höfen. Die Vergleichszahlen für das Jahr 2017 lauten 865.218 Kühe und 9.629 Halter. Im Jahr 1980, noch vor Einführung der Garantiemengenreglung für Milch im Jahr 1984 – hielten in Niedersachsen 63.503 Bauern mehr als eine Millionen Kühe. Die Kuhzahl reduzierte sich in Folge der Quotenregelung recht schnell auf etwa 760.000 im Jahr 2000, damals wurden noch 19.503 Milchviehhalter gezählt. Die Kuhzahlen sind seitdem wieder etwas gestiegen, die Zahl der Milchviehhalter aber nimmt weiter kontinuierlich ab. Deutschland war 2017 mit bundesweit 4,2 Mio. Kühen vor Frankreich mit 3,6 Mio. Tieren EU-weit der wichtigste Milcherzeuger.

Niedersachsens Milchviehhaltungen sind fast ausschließlich in der Hand von Familien. In der jüngsten Vergangenheit hat dabei die Rechtsform der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zugenommen. Häufig wird diese Variante gewählt, um der jüngeren Generation bereits einen Teil der Verantwortung zu übertragen. Viele Familien entscheiden sich jedoch auch für neue Formen der Arbeitsteilung und gehen diese Gesellschaftsform mit Geschwistern oder Nachbarn ein, dann übernimmt beispielsweise ein Hof die Jungviehaufzucht, der Zweite hält das Milchvieh. Oder ein Landwirt kümmert sich um den Acker- und Futterbau, der andere ist für das Vieh zuständig. Die Arbeitsteilung unter mehreren Höfen ermöglicht den GbR-Partnern zugleich im Wechsel ein freies Wochenende oder einige Tage Urlaub im Jahr, denn das Vieh muss jeden Tag im Jahr versorgt werden und kennt keine Urlaubs- oder Wochenendpausen. (LPD 09/2019)

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