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Wie Wertetrends unser Verhalten bestimmen

04. Februar 2019

Foto: Landvolk

L P D – Leben und genießen – wenn möglich mit allen Sinnen. Verbraucher stellen hohe Erwartungen an Lebensmittel, sie sollen gut und möglichst auch günstig sein. Doch unter bestimmten Umständen ist der Bürger bereit, mehr zu bezahlen. Neben ökologischer Produktion und mehr Tierwohl zählen dazu auch bestimmte Trends, die Vergnügen, Verantwortung und Vereinfachung beim Konsum versprechen, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

Genuss und Erlebnis unterstreichen das Vergnügen beim Konsum, stellte Dr. Wolfgang Adlwarth von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) kürzlich auf der IGW heraus. Der Preis sei deshalb für das produzierte Lebensmittel nicht mehr allein ausschlaggebend. Bequemes Essen sowohl durch vereinfachte Zubereitung als auch beim Verzehr (Convenience), Genuss, Nachhaltigkeit und Gesundheit sind Wertetrends, für die der Verbraucher mehr zu zahlen bereit ist. Gerade der höherpreisige Bereich im Lebensmitteleinzelhandel profitiert von dieser Verbrauchergruppe, die in der Konsumforschung als LOHAS (Lifestyles of Health and Sustainability, übersetzt gesunde und nachhaltige Lebensweise) bezeichnet wird. Diese Gruppe vereint nicht nur Gesundheitsbewusstsein und Nachhaltigkeitsorientierung, sondern nennt auch Technik, Natur, und Heimat, Individualität und Gemeinsinn, Genuss und Verantwortung als wichtige Wertorientierung. Seit 2007 ist der Käuferanteil dieser Konsumentengruppe von 22 auf über 30 Prozent stetig gestiegen. „Die Deutschen gaben 2017 deutlich mehr für Reisen oder Restaurantbesuche aus. Die Menschen gönnen sich gerne etwas, und Erlebnisse liegen im Trend“, erklärte Dr. Wolfgang Adlwarth. Im Lebensmitteleinzelhandel stiegen die Umsätze laut GfK-Daten im Jahr 2017 um 3,6 Prozent auf 183,5 Mrd. Euro. Das Wachstum wurde hauptsächlich über höhere Preise erzielt, die verkauften Mengen blieben gleich. Der Veggie-Trend erlebte von 2013 bis 2016 eine Boom-Phase, das Volumen stieg von 195 auf 346 Mio. Euro und stagniert momentan mangels „Fleischalternativen“. Stattdessen wächst der Fleischkonsum im „Premium“-Segment. Hochwertiges Fleisch und Grillen mit Tierwohl-Label wird zum „Lifestyle“, wie die Konsumforscher herausgefunden haben. So stieg der Rindfleischanteil in den vergangenen vier Jahren um 16 Prozent, der Bio-Anteil beim Rindfleisch von 2,2 auf 4,4 Prozent. Einfaches Essen und Snacks sind weitere Trends, die eine mobile und moderne Lebensart bezeichnen. Kauften Verbraucher 2014 pikante Snacks wie Sushi, Brotsnacks oder Wraps im Wert von über 1,55 Mrd. Euro, waren es 2017 schon mehr als 1,99 Mrd. Euro. Die Kombination von Zusatznutzen wie Regionalität, Gesundheit oder Nachhaltigkeit bei der Erzeugung der Lebensmittel bietet die größte Wertschöpfung bei den Produkten, sie kommt nur leider höchst selten bei den Erzeugern in der Landwirtschaft an. (LPD 10/2019)

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