gemeinsam stark

2018 wurden deutlich mehr Wildschweine geschossen

11. Februar 2019

Foto: pixabay

L P D – Niedersachsen ist nicht nur Agrar- und Pferdeland Nummer 1, sondern auch Jägerland. Fast 60.000 Jagdscheininhaber gibt es. Sie nehmen ihre Verantwortung, der drohenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) entgegenzutreten, sehr ernst. Laut Landes-Jagdbericht wurde im zurückliegenden Jagdjahr 2017/18 ein neuer Höchststand erreicht: 68.992 Stück Schwarzwild wurden zur Strecke gebracht, 2016/17 waren es 56.185, teilt der Landvolk-Pressedienst mit. 2008/09 war bislang mit 57.604 erlegten Wildschweinen das Rekordjahr. Aktuell fühlen sich die Schwarzkittel offenbar im südniedersächsischen Raum besonders wohl, hier ist ein starker Anstieg der Schwarzwildstrecke zu verzeichnen. Im Landkreis Göttingen erhöhte sich die Schwarzwildstrecke inklusive Fallwild auf 6.402 Wildschweine gegenüber 3.843 Stück im Vorjahr, und im Landkreis Northeim verdoppelte sich die Stückzahl nahezu von 2.264 auf 4.210 erlegte Wildschweine. Die Strecken im Norden und Nordosten Niedersachsens blieben nahezu gleich.

Wildschweine sind extrem anpassungs- und lernfähig sowie flexibel und haben daher keine Probleme, mit räumlichen und klimatischen Veränderungen klarzukommen. Milde Winter und gute Ernährungsbedingungen begünstigen den großen Anstieg des Wildschweinbestands. Zudem werden Frischlinge schon nach gut einem halben Jahr geschlechtsreif und tragen daher schon im ersten Lebensjahr mit bis zu 50 Prozent zum gesamten Zuwachs bei. Wildschweine leben in enger Familienstruktur und sind sehr sozial: sie lernen aus negativen Erlebnissen und geben ihr Wissen und ihre Erfahrung an die Rotte weiter. Das erschwert die Bejagung. Sie ist dringend nötig, um die Gefahr eines ASP-Ausbruchs weiter zu minimieren. Sollte die ASP Deutschland erreichen, so hätte dies für die Landwirtschaft und allen damit verbundenen Strukturen große, wirtschaftliche Auswirkungen. Dänemark baut daher zum Schutz seiner schweinehaltenden Betriebe einen Zaun. Auch Niedersachsens Jäger rechnen mit einem weiter steigenden Schwarzwildbestand, damit bleibt die Bejagung zur Bestandsregulierung eine wichtige Aufgabe. Über eine Wildschweinprämie („Pürzelprämie“), eine Aufwandsentschädigung, werden die Jäger zudem in vielen Bundesländern animiert, öfter anzusitzen – und nach erfolgreicher Jagd eine Blutprobe zu entnehmen. Damit soll der Eintrag von ASP nach Niedersachsen sicher ausgeschlossen werden. (LPD 12/2019)

< Mitteilungen Übersicht