Bund will schärfer eingreifen

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Seuche Berlin zieht nochmals die Zügel an, um gegen die Afrikanische Schweinepest gewappnet zu sein. Bauern- und Jagdverband fordern Landwirte gemeinsam auf, Jäger zu unterstützen. Wäre die „Pille“ für Wildschweine eine sanftere Lösung?

Der aus dem Osten näher rückenden Seuche will die Bundesregierung mit einem verschärften Maßnahmenkatalog begegnen. Unter anderem sollen die Schonzeit für Wildschweine aufgehoben und zusätzliche Vorgaben bei Auftreten eines Krankheitsfalles umgesetzt werden. Das sieht eine Verordnung zur Änderung der Schweinepest-Verordnung und der Verordnung der Jagdzeiten vor, auf die sich das Bundeskabinett vorige Woche geeinigt hat. Der Bundesrat soll die Verordnung bereits am 2. März verabschieden.

Im Ernstfall kein Stroh
Im Zentrum der geplanten Präventionsmaßnahmen steht die Ausdünnung der Schwarzwildpopulation. Die bislang  geltende Schonzeit soll aufgehoben werden, da Wildschweine als mögliche Überträger des Erregers gelten.
Darüber hinaus sieht die Änderung der Schweinepest-Verordnung für den Seuchenfall unverzügliche Maßnahmen zur Hygiene vor, darunter:
die intensive Desinfektion von Fahrzeugen;

  • die Erweiterung von Anordnungsbefugnissen für die zuständigen Behörden;
  • das Verbot der Nutzung von Gras, Heu und Stroh zu Futterzwecken und als Einstreu;
  • die Ausweitung der Maßnahmen zur ASP-Erkennung;
  • die Ausdehnung des Gebiets, in dem Maßnahmen ergriffen werden.

Ebenfalls aus Sorge vor einer möglichen ASP-Einschleppung riefen der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Deutsche Jagdverband (DJV) die Landwirte dazu auf, bei der diesjährigen Maisaussaat Bejagungsschneisen anzulegen. Auf diese Weise könnten sie einen Beitrag leisten, die Bejagung von Schwarzwild zu intensivieren, erklärten beide Verbände in Berlin.

Jagdschneisen sinnvoll
Sie forderten alle Landesregierungen dazu auf, ihren Spielraum zu nutzen und die Mischcodes für Bejagungsschneisen auch tatsächlich zur Antragstellung 2018 anzubieten. Künftig müssten Schneisen in allen Feldkulturen unbürokratisch möglich sein. Durchweg positiv sind laut DBV und DJV die bisherigen Erfahrungen mit Nutzungscodes für Flächen mit Schneisen, die einen untergeordneten Teil der Gesamtfläche einnehmen. Damit entfalle die Notwendigkeit, die Schneisen im Antragsverfahren aus den bestellten Flächen herauszurechnen. „Länder, Jäger und Landwirte müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen“, betonten die beiden Verbände.
Die Forderung von Tierrechtlern, den Wildschweinbestand mit Verhütungsmitteln zu regulieren, verwies der DJV in das Reich der Utopie. Keiler mit dem Medikament Improvac zu behandeln, setze eine zweimalige Impfung voraus. Versuche, weiblichen Wildschweinen mit Hilfe von Ködern die „Pille“ zu verabreichen, könnten zur Schädigung von Jungtieren oder anderen Säugetieren führen.
AgE/red