Rechtssicherheit für Obstbauern

Rechtssicherheit für Obstbauern - Foto: landpixel
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Verordnung Erleichterung bei den Obstbauern im Alten Land. Der Bund hat die Sondergebietsverordnung für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln für die laufende Vegetationsperiode erlassen. Demnach dürfen die rund 650 Betriebe an der Niederelbe wegen der hohen Gewässerdichte Pflanzenschutzmittel auch außerhalb der sonst gültigen Anforderungen aufbingen. Zur Begründung heißt es: „Das Alte Land ist eine einzigartige Kulturlandschaft und es gilt diese nach Möglichkeit zu erhalten.“

Als Voraussetzung für die Sondergebietsverordnung, die zunächst auf zwei Jahre befristet ist und eine Ausnahme für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln darstellt, wurde als wichtiger Baustein ein Gebietsmanagementplan vereinbart. „Mit allen Beteiligten sind weitere Maßnahmen festzulegen, um unvermeidliche Einträge von Pflanzenschutzmitteln zu nachteiligen Auswirkungen auf die Gewässerfauna und- flora zu verringern“, heißt es in einer gemeinsame Presseerklärung des Landes Niedersachsen und der Hansestadt Hamburg. Dazu gehören unter anderem eine angepasste Gewässerunterhaltung und entsprechende Schulungen der Obstbauern, die Ausweisung bzw. Anlage von Gewässerrandstreifen sowie besonders gestalterische Maßnahmen an Beregnungsteichen. Zusätzlich sollen Maßnahmen zur Verbesserung der biologischen Durchgängigkeit der Gewässer für Wasserorganismen vorgenommen werden.

Ulrich Buchterkirch. Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau im Landvolk Niedersachsen, begrüßt die Regelung: „Endlich haben wir Rechtssicherheit.“ Die kommenden zwei Jahre wolle man nutzen, um die Maßnahmen der Verordnung zu prüfen. Buchterkirch bedauerte allerdings, dass die bisherigen Bemühungen der Obstbauern zur Verbesserung der Ökologie keinen Niederschlag gefunden haben. „Zehn Prozent meiner Kollegen wirtschaften ökologisch, zusätzlich haben wir die ökologische Wertigkeit der Flächen durch Windschutzanpflanzungen und Blühstreifen bereits erhöht. Schade, dass man unsere Bemühungen der letzten Jahre nicht berücksichtigt hat.“

Staatssekretär Udo Paschedag und Staatrat Dr. Bernd Egert betonten: „Wir freuen uns, dass es zur neuen Saison gelungen ist, diese Verordnung auf den Weg zu bringen.“
red/sl