Getreiderundfahrt des Landvolkverbandes in Uelzen

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Zu der diesjährigen Getreiderundfahrt des Landvolkverbandes trafen sich die Akteure der Wertschöpfungskette aus Landwirtschaft, Handel und Verarbeitung in Uelzen. Der Landkreis Uelzen ist ein traditionelles Beregnungsgebiet Niedersachsens mit Produktionsschwerpunkt im Zuckerrüben- und Kartoffelanbau.

Der bisherige Vegetationsverlauf ist regional differenziert zu betrachten, dennoch ist sich der Ausschuss für pflanzliche Erzeugnisse einig: Das trockene Frühjahr gepaart mit Spätfrösten hat den Kulturen zugesetzt. Das aktuelle Niederschlagsdefizit bewegt sich auf einem geringeren Niveau als noch im vergangenen Jahr. In Summe zeigt die klimatische Wasserbilanz jedoch über alle Regionen hinweg nach wie vor ein Defizit an. Das bestätigt auch die Europakarte aus der hervorgeht, dass auch Niedersachsen zu den Gebieten zählt wo zu wenig Niederschlag gefallen ist.


Unter Berücksichtigung der sehr unterschiedlichen Wasservorräte in den Regionen ergibt sich folgendes Bild für die Kulturen in Niedersachsen: In einigen Regionen um Osnabrück und auch Verden wurde bereits kleinflächig Wintergerste gedroschen. Die Erträge werden relativ schwach bewertet. Im Emsland wurde Gerste schon im Vorfeld gehäckselt, hier waren die Ähren teilwiese nicht mit Körnern besetzt. Die Winterweizenbestände präsentieren sich weitestgehend gesund. In den Hochertragsregionen auf tiefgründigen Böden konnte der Regen aus den vergangenen Wochen noch genutzt werden oder bewirkte zumindest eine Aufrechterhaltung des Ertragspotentials. Abhängig von den Bedingungen in der Kornfüllungsphase werden hier knapp durchschnittliche, im südlichen Niedersachsen auch knapp überdurchschnittliche Erträge erwartet. Auf schwächeren Standorten werden eher leicht unterdurchschnittliche Erträge erwartet. Für Roggen wird aus den Regionen von teilweise dünnen oder lückigen Beständen berichtet, was die Ertragsaussichten mindert. Mit Unterstützung durch Beregnung konnten Bestände stabil gehalten werden und sich besser entwickeln. Die bisherige Entwicklung der Hackfrüchte Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben werden positiv bewertet, obwohl die Aussaatbedingungen, vor allem der Rüben, nicht optimal waren. Diese Kulturen werden in den nächsten Wochen kontinuierlich Wasser benötigen, deshalb ist der Ertrag hier nur schwer einzuschätzen. Aus der Hauptregion des Rapsanbaus, dem südlichen Niedersachsen wird ein besseres Ergebnis als im Vorjahr erwartet. In einigen Regionen haben Frostereignisse jedoch ihre Spuren hinterlassen ebenfalls wie die Frühjahrstrockenheit auf leichteren Böden.