Grünlandschäden: Wiederherstellungsumbruch weiter mit bürokratischen Hürden

Info: Milch/Rind

Die Landesregierung ist den Forderungen des Berufsstandes nach einem unkomplizierten Genehmigungsverfahren für Umbrüche zwecks Grünlandneueinsaat jetzt entgegengekommen, aber leider auf halber Strecke hängen geblieben. Ab sofort wird wegen der dort besonders großflächigen Schäden durch Feldmäuse für einige Landkreise das Antrags- und Genehmigungsverfahren vollständig bei den dortigen LWK-Bewilligungs-stellen gebündelt. Landwirte müssen den dafür notwendigen Antrag nur noch bei der LWK einreichen, die dann entscheidet, welche Fälle dann direkt entschieden werden können und wann über die LWK eine Beteiligung der Landkreise (Naturschutz/Wasserschutz) erforderlich ist. Als weitere Erleichterung wird bei diesem Verfahren die Fläche nach der Wiederherstellung nicht zum so genannten „Ersatzdauergrünland“, der Landwirt kann die bisherige Codierung als Dauergrünland unverändert beibehalten. Sollte sich in einigen Wochen herausstellen, dass auf einen Umbruch verzichtet werden kann und ein umbruchloses Verfahren ausreicht, sind somit keine Nachteile in Kauf zu nehmen. Daher sollten jetzt auch zügig die Flächen besichtigt und ein Antrag mit „Beweisfoto“ gestellt werden. Details hat die LWK im Internet unter

https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/5/nav/19/article/35231.html


veröffentlicht.

Das Landvolk bewertet das Verfahren allerdings weiterhin als übermäßig bürokratisch. In den betroffenen Gebieten stehen noch sehr viele Flächen unter dem Genehmigungsvorbehalt und möglichen Einschränkungen durch die Naturschutz- oder Wasserbehörden. Als Prüfstein wird zudem die Frist angesehen, innerhalb deren die Anträge beschieden werden sollen. Die LWK will zwar eine Bescheidung innerhalb von fünf Arbeitstagen gewährleisten, die Landkreise haben jedoch mehr als das Doppelte als angemessene Bearbeitungsdauer eingefordert. Ein weiteres Ärgernis ist, dass die Anträge zwar in digitaler Form per Email eingereicht werden können, aber nur wenn das unterschriebene Antragsformular und dazugehörige Fotos der betroffenen Flächen als Anhang im so genannten PDF-Format einreicht werden. Moderne digitale Kommunikation hätte die Möglichkeit eröffnet, direkt über das Smartphone Fotos und Antrag ohne weitere Bearbeitungsschritte auf die Kammercomputer hochzuladen (Farm to LWK-Plattform). Auf das Antragsverfahren über die LWK verzichten können Betriebe, die eine Neueinsaat über Schlitzverfahren oder andere Techniken (Striegel) ohne tiefe Bodenbearbeitung durchführen können. Viele Praktiker hoffen ohnehin, dass die Niederschläge der letzten Tage der Mäuseplage ein Ende bereiten und sie als Alternative für die geringe Schlagkraft und auf vielen Flächen ohnehin kritische Neueinsaat auf ein vorheriges Pflügen oder tiefes Grubbern verzichten können.