Keine Erholung am Rapsmarkt in Sicht

Aufgrund der anhaltenden Abwärtstendenz bleiben die Umsätze am Rapsmarkt auch weiterhin gering. In dem fallenden Markt wird vorerst abgewartet. Auch wenn die Matif am 23.03. leicht ins Plus drehte, ist vorerst keine Erholung in Sicht.

An der Pariser Börse geht es weiter abwärts. Stand 22.03. verzeichnete der Fronttermin Mai 23 nun sogar den zwölften Tag in Folge rote Zahlen und rutschte mit zuletzt 441 EUR/t sogar auf den tiefsten Stand seit Februar 21. Auch der Folgetermin August 23 tendierte schwächer und büßte auf Wochensicht rund 40,75 auf 444,50 EUR/t ein. Ausschlaggebend für die Abwärtskorrektur waren insbesondere rückläufige Rohölnotierungen infolge einer drohenden Finanzkrise, somit wird Raps als Rohstoff für die Herstellung von Biokraftstoff weniger attraktiv. Hinzu kommt der wieder festere Eurokurs, welcher die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Partien auf dem Weltmarkt schmälert. Außerdem ließ die Verlängerung der sicheren Handelspassage aus der Schwarzmeerregion die Sorge um einen erneuten Lieferstopp vorerst verblassen.

Mit dem Minus in Paris wurden auch die Gebote für Raps auf Großhandelsstufe nach unten korrigiert. Franko Niederrhein werden zur Lieferung ab April mit verringerter Prämie von -2 EUR/t bis zu 451 EUR/t möglich, 44 EUR/t weniger als noch in der Woche zuvor. Franko Hamburg werden für prompte Partien mit 436 rund 42 EUR/t weniger verlangt.

Vor diesem Hintergrund geben auch die Erzeugerpreise für Raps der Ernte 22 deutlich nach. So werden aktuell im Bundesdurchschnitt 437,10 EUR/t genannt und damit rund 26,60 EUR/t weniger als noch in der Woche zuvor. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 400-475 EUR/t. Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr kostete Raps noch rund 926 EUR/t, nachdem die Invasion Russlands in die Ukraine die Sorge um einen globalen Angebotsengpass schürte. Damit rutschen die Forderungen auch deutlich unter das Niveau vom März 21, als noch rund 496 EUR/t verlangt wurden. Ähnlich fällt die Korrektur für Vorkontrakte der Ernte 23 aus. Hier werden mit knapp 433 (405-464,50) rund 23 EUR/t weniger verlangt als in der 11. KW.

Die kräftigen Abwärtskorrekturen in Paris reduzieren die Umsätze am heimischen Rapsmarkt auf ein Minimum. Die enormen Tagesverluste erschweren zudem die Preisgestaltung. Vielerorts werden die Meldungen bereits ausgesetzt. An einen erneuten Preisanstieg im Übergang zur Ernte 23 glaubt mittlerweile niemand mehr. So nimmt die Unsicherheit der Erzeuger, welche regional noch Restmengen der Ernte 22 in den Lagern liegen haben, zu. In dem fallenden Markt bleibt das Kaufinteresse jedoch gering, die Abwicklung bestehender Kontrakte bestimmt das Tagesgeschäft. (Quelle: AMI)