PL: Geflügelwirtschaft fürchtet viele Pleiten

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(AgE/DBV) Die polnische Geflügelwirtschaft steht wegen den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Geflügelpest schon länger in der Krise. Nun drohen nach Einschätzung des Nationalen Geflügelrates weitere Verschlechterungen der ökonomischen Situation und der Bankrott vieler Betriebe. Futtermittelkosten sind regelrecht nach oben geschossen. Soja kostete Mitte Januar etwa 40 Prozent mehr als noch im September. Da die Futterkosten je nach Bestand und Produktionszweig bis zu 75 Prozent ausmachten, schlage der Preissprung voll auf die betrieblichen Ergebnisse der Geflügelzüchter und -mäster durch, die schon im Herbst 2020 nicht die Produktionskosten gedeckt hätten. Im vergangenen Jahr hatten coronabedingte Absatzprobleme im Inland und Ausland den Großteil des Jahres für Überschüsse beim Angebot und anhaltenden Preisdruck bei Geflügelprodukten gesorgt. Nun vertiefe sich die Kluft weiter, so dass die wenigsten Unternehmen aktuell noch rentabel Geflügelfleisch erzeugen könnten, erläuterte der Direktor des Geflügelrats. Er warnte davor, dass in diesem Jahr eine Insolvenzwelle in der polnischen Geflügelbranche drohe und appellierte an Politik und Handel, Maßnahmen zur Unterstützung der Erzeuger zu ergreifen.

Die enormen Preisanstiege für Futter belasten auch unsere deutschen Geflügelhalter stark. Der DBV erwartet, dass dies in den Erzeugerpreisen Beachtung findet! Mit Blick auf die Osterzeit und den Beginn der Grillsaison wird das Fehlen polnischer Ware und die Zusage der Handelshäuser, auf Regionalität und Premiumware zu setzen, zeigen, wie die Solidarität mit den Landwirten im Einkauf und Verkaufspreis umgesetzt wird.