LV Rundschreiben 47/20

Land Hadeln

Wo bleiben Wertschöpfung und Wertschätzung?
Landvolk sieht Politik in der Pflicht: Herkunftskennzeichnung für Fleisch muss her!
L P D – „Die Maske ist gefallen! Für uns Schweinehalter und Landwirte zeigen die großen Akteure des Lebensmittelhandels zwei Gesichter, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Für die Öffentlichkeit „liebt man Lebensmittel“ und setzt sie ins rechte Licht, aber wir, die Erzeuger dieser guten Lebensmittel, bleiben im Verborgenen und werden vom LEH weder wertgeschätzt noch anständig dafür bezahlt. Das Gegenteil ist der Fall“, bezieht Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers Stellung zum „Empörungsbrief“ der großen Lebensmittelkonzerne Aldi, Edeka, Rewe und der Schwarzgruppe mit Lidl, Kaufland und Co sowie dem Handelsverband Deutschland und dem Bundesverband Handelsverband Lebensmittel. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte zuvor unlautere Praktiken in der Lebensmittelkette seitens der großen Lebensmittelhandelsunternehmen angeprangert.

Zu Recht fragen sich Landwirte sowie Schweinehalter und Ferkelerzeuger, wo die Wertschöpfung bleibt? „Da stopft sich gerade jemand die Taschen auf Kosten der Schweinehalter und Landwirte voll. Der Schweinepreis sinkt und sinkt, doch der Verbraucher zahlt an der Kasse nicht weniger für die Produkte. Erzeuger- und Verbraucherpreise gehen immer weiter auseinander, die Preisspanne hat sich seit Januar 2020 um 20 Prozent erhöht“, zeigt Jörn Ehlers auf und sieht die Politik in der Pflicht, endlich aktiv einzugreifen. „Wir fordern schon lange die verpflichtende Herkunftskennzeichnung für unsere qualitativ hochwertigen Produkte, damit der Kunde auf einem Blick erkennen kann, dass er gute, niedersächsische bzw. deutsche Qualität kauft und den Händlern so die Intransparenz beim Warenfluss genommen wird“, sagt Ehlers.

Statt zusammenzurücken und gemeinsam nach Lösungen für den Preisverfall und die fehlenden Absatzmärkte zu suchen, zeigt sich der Handel unbeeindruckt. „Gerade jetzt kommt es auf verlässliche Handelspartner an. Wir Landwirte und Schweinehalter erfüllen unseren Teil“, erklärt der Landvolk-Vizepräsident. „Doch bei den großen Lebensmittelpartnern hat es den Anschein, dass, wo immer möglich, die immer größer werdende eigene Marktmacht eingesetzt wird, um eben diesen Markt außer Kraft zu setzen. Lange überfällig ist deshalb eine Regelung hierzu im Agrarmarktstrukturgesetz, um unlautere Praktiken zu unterbinden. Wir brauchen eine Stärkung der Landwirtschaft im Zusammenspiel der Märkte. Zudem müssen vorhandene Regulierungsbehörden, wie das Bundeskartellamt, gestärkt werden“, fordert Ehlers für die niedersächsischen Bauern.  Corona, der Lockdown in der Gastronomie sowie die Afrikanische Schweinepest haben zu Absatzschwierigkeiten und Schweinestau geführt. Die Fleischpreise sind im Keller, daher ist man beim Landvolk auf den „Schweinegipfel“ am Freitag von Ministerin Klöckner mit den Landesagrarministern gespannt. „Wir sind noch lange nicht aus dem Stau raus. Ich rechne damit, dass der Branche mit den Weihnachtsfeiertagen eine weitere Stauwelle bevorsteht“, befürchtet Ehlers. Der Weihnachtsurlaub, die Fahrten der Schlachthofmitarbeiter in ihre Heimatländer und Schließungen von Schlachthöfen – wie aktuell in Süddeutschland aufgrund erneuter Corona-Ausbrüche – werden die Anzahl schlachtreifer Schweine wieder ansteigen lassen, vermutet er. „Und gerade deshalb wäre eine gewisse Solidarität und faires Handeln unter den Handelspartnern wünschenswert – nicht nur zu Weihnachten! Dann wären solche Gesetzesänderungen auch nicht nötig“, erklärt Ehlers abschließend. (LPD 94/2020)

Geflügelpest – Einrichtung eines Beobachtungsgebiets
In einem Hausgeflügelbestand im Landkreis Dithmarschen (S-H) wurde am 24.11.2020 ein Ausbruch der Geflügelpest festgestellt.
Der Landkreis Dithmarschen hat aufgrund dessen ein Sperrgebiet und ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von mindestens 10 km eingerichtet, das Beobachtungsgebiet reicht bis in die Landkreise Stade und Cuxhaven. Eine Aufstallungspflicht für gehaltenes Geflügel im Landkreis Cuxhaven wurde bereits per Allgemeinverfügung erlassen.


Hinweise für das Beobachtungsgebiet:

  • Gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie von Geflügel und Federwild stammende sonstige Erzeugnisse sowie tierische Nebenprodukte von Geflügel dürfen weder in einen noch aus einem Bestand verbracht werden.
  • Der Tierhalter hat sicher zu stellen, dass
    • die Standorte des Geflügels von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegschutzkleidung betreten werden und dass die Kleidung nach Verlassen des Standorts des Geflügels unverzüglich abgelegt wird
    • Schutzkleidung nach Gebrauch unverzüglich gereinigt und desinfiziert und Einwegschutzkleidung nach Gebrauch unverzüglich beseitigt wird
  • Gehaltene Vögel zur Aufstockung des Wildvogelbestands dürfen nicht frei gelassen werden.
  • Die Durchführung von Geflügelausstellungen, Geflügelmärkten oder Veranstaltungen ähnlicher Art ist verboten.
  • Transportfahrzeuge und Behälter, mit denen gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel, tierische Nebenprodukte von Geflügel, Futtermittel oder sonstige Materialien, die Träger des hochpathogenen aviären lnfluenzavirus sein können, befördert worden sind, sowie Fahrzeuge, mit denen ein Bestand mit gehaltenen Vögeln befahren worden ist, sind unverzüglich nach jeder Beförderung nach näherer Anweisung der zuständigen Behörde zu reinigen und zu desinfizieren.

Ausnahmen von den Schutzmaßregeln können genehmigt werden.

Allgemeine Hinweise:
Jeder Verdacht der Erkrankung auf Geflügelpest ist dem Veterinäramt des Landkreises Cuxhaven (Tel.: 04721-66 21 32) sofort zu melden. Gemäß Tiergesundheitsgesetz handelt ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig den Vorschriften der Geflügelpest-Verordnung zuwiderhandelt. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 30.000 Euro geahndet werden.
Aus aktuellem Anlass bitten wir alle Geflügelhalter darum, die Biosicherheitsmaßnahmen in ihren Betrieben nochmals kritisch zu hinterfragen und eventuelle Auffälligkeiten an das Veterinäramt melden.
Aufgrund des aktuellen Seuchengeschehens hat der Landkreis Cuxhaven seine Rufbereitschaft erweitert. Für den Notfall ist immer eine Amtsveterinär des Veterinäramtes (außerhalb der normalen Geschäftszeiten) über die Leitstellen (112) erreichbar.

GAP-Auszahlung 2020
Als Auszahlungstermin der Direktzahlungen 2020 ist vom BMEL in Abstimmung allen den Bundesländern der 18.12.2020 vorgesehen. Die Bewilligungsbescheide der Direktzahlungen 2020 sollen in der Regel zu diesem Termin bei den Betrieben eingehen. Die Prämien werden spätestens in der 52. KW 2020 auf dem angegebenen Konto des Antragstellers gutgeschrieben werden. Dies hängt auch vom jeweiligen Bankinstitut des Antragstellers ab.
Für 2020 wurden vom BMEL folgende Werte für die Direktzahlungen berechnet:

Der Wert zur HHD Erstattung wird aktuell ermittelt und soll Anfang Dezember im Bundesanzeiger bekannt gegeben werden.
Bitte denken Sie daran, dass ein Aufruf der Flächengeometrien in ANDI 2020 seit dem 20.11.2020 nicht mehr möglich ist. Die Anmeldung und Übersicht mit den Antragsdaten aus 2020 zum Herunterladen der abgegebenen Anträge ist weiterhin möglich. Die Daten der abgegebenen Anträge aus dem Antragsjahr 2020 werden im XML-, shape- und PDF-Format weiterhin verfügbar sein.
Die bewilligten Geometrien 2020 im Rahmen der Direktzahlungen der jeweiligen Schläge/ Teilschläge können sich die Betriebe zur Bewilligung im Schlaginfo-Portal des SLA: https://sla.niedersachsen.de/agrarfoerderung/schlaginfo/ anzeigen lassen. Neu ist hier, dass es eine Authentifizierung ab 2020 gibt (anlog der Anmeldedaten in ANDI). Mit der Authentifizierung werden zu den Schlägen/ Teilschlägen genauere Informationen angezeigt. Ohne Authentifizierung ist jedoch auch weiterhin ein Suchen nach Feldblöcken, Schlaggrenzen etc. möglich.

Landwirtschaft 4.0 – Wie sieht eigentlich die Arbeit in der Landwirtschaft in Zukunft aus?
Der Begriff „Landwirtschaft 4.0“ beschreibt den Verlauf der technischen Entwicklungen im landwirtschaftlichen Bereich parallel zu den vier Entwicklungsstufen der industriellen Revolution. Dabei erstreckt sich dieser Prozess von der Mechanisierung bis hin zur Digitalisierung und Vernetzung von Systemen.
Ziel des Projektes ist es, bedarfsorientierte, realistische Ansätze zur Bewältigung von technischen, ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen im Zuge der digitalen Transformation zu entwickeln (https://www.agro-nordwest.de/).
Wir, das Institut für Arbeitswissenschaft (IAW) der Ruhr-Universität Bochum, bearbeiten das Teilprojekt: „Arbeitsprozesse und Kompetenzentwicklung für die Landwirtschaft 4.0“. Erste Einblicke in unsere Arbeit können Sie auf unserer Website gewinnen – interessant unter anderem unser Kurzvideo-Beitrag zum bundesweiten Digitaltag unter dem Motto „Digitalisierung der Landwirtschaft – braucht’s das?“, der Ergebnisse aus zurückliegender qualitativer Forschung anschneidet (http://www.apf.ruhr-uni-bochum.de/aup/forschung/projekte/landwirtschaft.html.de).

Ziel der Befragung ist es, von Landwirten und Landwirtinnen mit eigenem Betrieb oder Beteiligung an einem Betrieb ein Feedback zur aktuellen Situation in der Landwirtschaft zu erhalten und Entwicklungsperspektiven für die Landwirtschaft auszuloten. Das Forscherteam aus Bochum würde sich sehr darüber freuen, wenn Sie an der Befragung teilnehmen würden und das vom BMEL geförderte Projekt damit unterstützen könnten. Zur Umfrage gelangen Sie über diesen Link: https://survey.iaw.ruhr-uni-bochum.de/index.php/863234?lang=de

Marktstammdatenregister
Im Marktstammdatenregister müssen alle Akteure
des Strom- und Gasmarkts sich selbst und ihre Anlagen registrieren. Dies gilt somit auch für alle Betreiber von Solaranlagen, Windenergieanlagen, Biomasseanlagen, Verbrennungsanlagen einschließlich KWK-Anlagen, usw., die Strom erzeugen und diesen wenigstens zu einem Teil ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Ansonsten kann es zu Kürzungen und Bußgeldern kommen.
Für die Anmeldung muss eine gültige E-Mail-Adresse vorhanden sein, über die die Anmeldung und der spätere Schriftverkehr abgewickelt werden.
Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.marktstammdatenregister.de und auf der Internetseite der Bundesnetzagentur.
www.bundesnetzagentur.de
Für Anlagen, die schon vor dem 31. Januar 2019 in Betrieb gegangen sind, muss die Registrierung und Eingabe aller fehlender Daten bis zum 31. Januar 2021 abgeschlossen sein!
Anlagen, die nach dem 31. Januar 2019 in Betrieb genommen wurden, müssen spätestens 1 Monat nach der Inbetriebnahme registriert worden sein, womit das für diese Anlagen in der Regel erledigt sein sollte.

Neues von „Echt grün-Eure Landwirte
Nach der klassischen „Out-of-Home“ Werbung im September, bei der auf über 450 Werbeflächen im Kampagnengebiet die aktuellen Kampagnenmotive gezeigt worden sind, werden im Moment wieder vermehrt die Sozialen Medien wie Facebook und Instagram bespielt. Verschiedene „grüne Berufe“ wurden vorgestellt und kurze Videoclips über die Mais-, Kürbis- und Kartoffelernte in Niedersachsen veröffentlicht. Der Videoclip über die Maisernte erreicht über 210.000 Zuschauer. Weiterhin findet jeden ersten Donnerstag im Monat das Live-Format „Die Grüne Kneipe“ statt. Hier werden unterschiedliche Themen im Gesprächs- bzw. Interview-Format verbrauchergerecht aufgearbeitet. Außerdem wird in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Osnabrück, dem DLV und Hof Connect ein Pocketbuch erstellt, welches als Argumentationshilfe für Landwirte bei kritischen Verbraucherfragen dienen soll. Je 20 Fragen aus den Themenbereichen Ackerbau, Umwelt und Tierhaltung werden beispielhaft beantwortet.

Termine und Fristen
DMK – Milkmaster
Bis spätestens 30.11.2020 besteht noch die Möglichkeit dien Angaben im Milkmaster zu vervollständigen. Andernfalls drohen Einbußen bei den Bonus-Auszahlungen für 2020
01.12.2020 bis 15.01.2021: Sperrfrist der Ausbringung von Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Komposten

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