„Rote Gebiete“ in Rotenburg und Verden

Landvolk-Kreisverband nimmt Stellung

Heute stellte die Niedersächsische Landesregierung die Karte der sogenannten „roten Gebiete“ vor. Dabei handelt es sich um Bereiche, in denen an bestimmten Messstellen ermittelt wurde, dass der Nitratgehalt des Oberflächenwassers über 50 mg/l liegt. Im Umfeld legte die Landesregierung nun einen Bereich fest, in dem die Landwirte zukünftig die Düngung unter den Nährstoffbedarf der Pflanzen absenken sollen. Ziel ist es, dadurch die Nitratbelastung des Grundwassers zu vermindern. Auch im Verbandsgebiet des Landvolk-Kreisverbands Rotenburg-Verden (Teile der Landkreise Rotenburg und Verden) gehören viele Flächen zu den „roten Gebieten“. „Wasserschutz ist für Landwirte eine wichtige Aufgabe, daher werden wir an den Standorten mit zu hohen Nitratwerten Maßnahmen ergreifen müssen“, betont Jörn Ehlers, 1. Vorsitzender des Landvolk-Kreisverbands Rotenburg-Verden e. V. „Durch das sehr grob festgelegte Raster der Landesregierung gibt es eine hohe Betroffenheit bei den Landwirten. Auch das sollte Inhalt der nun folgenden Diskussionen sein.“

Grobes Raster führt zu erheblicher Betroffenheit

Bei der Festlegung der „roten Gebiete“ beruft sich die Landesregierung teilweise auf nicht repräsentativ verteilte Messstellen, da diese nicht entsprechend der Flächennutzung verteilt sind, und zieht pauschal große Flächen mit ein. „Dieses ungerechtfertigte Vorgehen führt zu einer unnötig hohen Betroffenheit einzelner Landwirte. Daher sehen wir hier klaren Korrekturbedarf“, betont Jörn Ehlers.

Anforderungskatalog mit Augenmaß

In den abgesteckten Gebieten gilt es für Landwirte nun, einen entsprechenden Anforderungskatalog zu erfüllen. „Für viele gehen damit erhebliche Belastungen einher wie zum Beispiel die Schaffung von mehr Lagerraum für Wirtschaftsdünger“, erklärt Kreislandwirt Jörn Ehlers. „Trotzdem wissen wir als Branche sehr zu schätzen, dass das Landwirtschaftsministerium bei den geforderten Maßnahmen Augenmaß hat walten lassen, entgegen dem was uns noch zusätzlich aus Berlin angekündigt wurde.“ Kreisverband nutzt Anhörungsmöglichkeit Da die Bundesregierung das zukünftige Anforderungsniveau jedoch noch mit der EU-Kommission verhandeln muss, bleibt bei den Landwirten eine große Unsicherheit zurück. „Einige Vorschläge, die hier diskutiert werden, gehen über das vernünftige Maß hinaus und sind kontraproduktiv“, meint Jörn Ehlers. „Dazu zählen beispielsweise die geplante Reduzierung der Nährstoffversorgung um 20 Prozent unter den Nährstoffbedarf der angebauten Nutzpflanzen oder das Verbot einer Düngung von Zwischenfrüchten, die für den Wasser- und Bodenschutz angebaut werden.“ Der Kreisverband nutzt die Möglichkeit, seine Bedenken gegenüber dem ambitionierten Anforderungskatalog im Zuge der Verbandsanhörung einzubringen. „Wir analysieren die konkrete Betroffenheit unserer Mitglieder. Angesichts der komplexen Bewertungsfragen ist die kurze Anhörungsfrist daher sehr kritisch zu sehen“, schließt Jörn Ehlers ab. „Gleichzeitig werden wir alle Messstellen durch einen von uns beauftragten Gutachter auf deren Relevanz untersuchen lassen. Ergebnisse erwarten wir zum Jahresende.“