„Woher kommt unsere Milch?“

Grundschule Posthausen besucht Landwirtsfamilie Henke in Ottersberg

Ottersberg (sas). Im Kuhstall von Melanie und Reiner Henke aus Ottersberg war heute Morgen viel los: Gleich zwei zweite Klassen der Grundschule Posthausen besuchten den landwirtschaftlichen Betrieb in Ottersberg. „Wir haben in der Schule das Thema Nachhaltigkeit mit dem Schwerpunkt Milch durchgenommen, daher freuen wir uns sehr, dass wir heute hier sein dürfen und die Kinder sehen, wo unsere Milch eigentlich her kommt“, erklärt Klassenlehrerin Doris Benger-von-Ahnen. Der Besuch ist Teil des Projekts „Vom Hof auf den Teller“, das der gemeinnützige Verein NEUA e. V. (=Förderverein für Nachhaltige Ernährung, Umweltbildung und Agrarwirtschaft) für Schulen und Kindergärten anbietet.

Frühstücken inmitten von Kühen

Da die beiden Klassen zu Fuß auf den Hof kamen, gibt es zu Beginn erst einmal ein kleines Frühstück, für das Melanie und Reiner Henke ein Podest aus Stroh mitten im Kuhstall aufgebaut hatten. Umrundet von Kühen und Stroh sitzen die Schülerinnen und Schüler sichtlich aufgeregt auf ihren Plätzen und versuchen, so schnell wie möglich mit dem Essen fertig zu werden. Denn viel spannender als das Frühstück sind natürlich die Kühe. „Guck mal, die hat einen ganz dicken Bauch“, ruft ein Kind. „Ja, diese Kuh bekommt bald ein Kälbchen, also ein kleines Baby“, erklärt Landwirt Reiner Henke. Nach und nach verteilen sich die Kinder im Kuhstall und haben immer mehr Fragen: „Ist die Kuh nett?“, fragt sich ein Schüler, der gern näher an das Tier herangehen würde, sich aber offensichtlich nicht traut. „Bei uns sind alle Kühe lieb. Du kannst sie ruhig vorsichtig streicheln“, sagt Reiner Henke. Nach anfänglichen Berührungsängsten blühen die Kinder mehr und mehr auf, streicheln die Kühe, schauen sich das Futter auf dem Gang an und suchen nach anderen Tieren. Und sie werden fündig: Hofhund Caspar tummelt sich zu den Kindern und freut sich über Streicheleinheiten.

Melken üben

Nachdem die Kinder in zwei Gruppen eingeteilt wurden, geht Reiner Henke mit der einen Gruppe auf den Futtergang und erklärt den Schülerinnen und Schülern, wie sich das Fressen für die Kühe zusammensetzt. Mit einer Forke fertigen die Kinder dann ihre ganz eigene Futterration für die Kühe an. Dazu ist Kraft und Engagement gefragt, denn die Forke ist schwer und lässt sich nur mit sehr viel Kraft bewegen. Aber auch die zweite Gruppe bei Melanie Henke hat eine Aufgabe zu erledigen: Im Melkstand steht die vom Förderverein NEUA bereit gestellte Melkkuh, an der die Schülerinnen und Schüler sich versuchen dürfen. „Stellt euch bitte in einer Reihe auf, dann kommt jeder mal dran“, weist Landwirtin Melanie Henke die Kinder ein. Und auch hier stellen die Kinder fest: „Gar nicht so einfach!“. „Können wir auch eine echte Kuh melken?“, fragt ein Junge die Landwirtin. „Kühe werden ganz früh morgens und am frühen Abend gemolken. Die sind also grad alle schon durch mit Melken“, erklärt Melanie Henkel. „Aber ich zeige euch mal, wie unser Melkstand funktioniert.“ Gemeinsam mit sechs Kindern geht die Landwirtin durch den Melkstand, erklärt das Melkgeschirr und zeigt, wo der Wartebereich für die Kühe ist. Alle Kinder hören Aufmerksam zu – ein Indiz dafür, dass alle von diesem Hoftag etwas mitnehmen werden.