Heuernte Niedersachsen: Timing und Technik müssen stimmen

Heuernte
Gutes Heu entsteht durch Erfahrung, Präzision und das richtige Gespür für den perfekten Zeitpunkt Foto: Landvolk

Niedersachsens Landwirte fahren regional unterschiedliche Heuernte ein

L P D – Heu zu machen, ist weit mehr als Gras zu mähen und zu pressen. „Heumachen ist eine Wissenschaft für sich“, wissen die Landwirte. Denn ob am Ende hochwertiges, energiereiches und hygienisch einwandfreies Futter im Ballen steckt, hängt von vielen Faktoren ab: Wetter, Schnittzeitpunkt, Trocknung und die richtige Einstellung der Maschinen müssen zusammenspielen, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

Gerade in Niedersachsen ist das eine Herausforderung. Ein stabiles Wetterfenster mit mehreren trockenen Tagen ist entscheidend. Nach dem Schnitt muss das Heu möglichst schnell auf unter 15 Prozent Wassergehalt trocknen. Bleibt es zu feucht, drohen Schimmelbildung und im schlimmsten Fall eine gefährliche Selbsterhitzung. Gleichzeitig sollte das Heu nicht unnötig oft gewendet werden, da dabei Trockenmasse und Nährstoffe verloren gehen.

Wie unterschiedlich die Bedingungen ausfallen, zeigen die Regionen. In Südniedersachsen waren Qualität und Menge des ersten und zweiten Schnitts gut bis sehr gut, zwischenzeitlich fehlte jedoch der Regen für weitere ertrags- und eiweißreiche Schnitte. Der dritte und vierte Schnitt wird daher mit Ertrags- und Qualitätsverlusten einhergehen. Für Pferde wurde das Gras bewusst bis in den Juli stehen gelassen, um den Zucker- und Proteingehalt stark zu senken und den Rohfaseranteil zu erhöhen. In Ostfriesland verlief die Heuernte normal bis gut, regional beeinträchtigt durch Gänse, Mäuse und Winterschäden. Aus Vechta/Diepholz werden gute erste und zweite Schnitte gemeldet, wegen der anhaltenden Trockenheit wird dort allerdings kaum noch mit einem dritten Schnitt gerechnet.

Im Braunschweiger Land lief die Heuernte ohne größere Komplikationen, die Mengen sind durchschnittlich, die Qualität ordentlich. Das Wetterfenster bleibt schwer einzuschätzen: Mancherorts wäre ein späterer Schnitt günstiger gewesen. Gleichzeitig musste die Mahd wegen der begrenzten Verfügbarkeit von Drohnen zur Kitzrettung vorgezogen werden. Auch die Technik ist bei der Heuernte entscheidet: Eine Schnitthöhe von etwa sieben bis acht Zentimetern verhindert Erdeintrag und verbessert die Durchlüftung. Bei hochwertigem Futter sind mehr als 145 Gramm Rohprotein je Kilogramm Trockenmasse möglich. Gutes Heu entsteht damit durch Erfahrung, Präzision und das richtige Gespür für den perfekten Zeitpunkt. (LPD 60/2026)

Ansprechpartnerin: Silke Breustedt-Muschalla, Tel.: 0511 3670483, silke.breustedt-muschalla@landvolk.org

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