Junghennen: Zwei Ställe, ein neuer Weg

Mit der Junghennenaufzucht zählt Krüssel zu den drei Finalisten in der Kategorie Geflügel beim CeresAward des DLV. Foto: Jaworr

Ceres Award-Finalist Henning Krüssel erschließt sich weitere Standbeine

L P D Als Henning Krüssel in der Ausbildung war, hieß es noch, er solle sich möglichst auf einen Bereich spezialisieren. Lange waren das bei ihm und seinem Vater Heinrich in Twist-Hebelermeer die Schweinehaltung und der Ackerbau mit Kartoffeln, Saatgutvermehrung bei Raps und Gräser sowie Getreide. 2023 machten sich die beiden dennoch auf die Suche nach weiteren Standbeinen. „Schnell war klar, dass die Junghennenaufzucht zu uns besser passt als zum Beispiel die Legehennenhaltung“, sagt Krüssel. In der Kartoffelernte könne er nicht erst morgens Eier sortieren – der Zeitaufwand wäre zu hoch. Vor allem, weil die Kartoffelerntemaschinen auch im Lohn eingesetzt werden.

Mit der Junghennenaufzucht zählt Krüssel zu den drei Finalisten in der Kategorie Geflügel beim CeresAward des Deutschen Landwirtschaftsverlags, der im Oktober in Berlin verliehen wird. In die Schweinehaltung investieren die beiden nicht mehr, obwohl sie bereits an der Initiative Tierwohl teilnehmen. „Politisch und wirtschaftlich werden einem in dem Bereich zu viele Steine in den Weg gelegt“, begründet Krüssel den Schritt. Er habe daher nach einer Tierhaltung Ausschau gehalten, die den Hof wirtschaftlich voranbringt. „Wir fanden die Junghennenaufzucht sehr interessant, weil es da besonders im Bio-Bereich eine große Nachfrage gibt“, sagt Krüssel. Als Eintagsküken kommen die jungen Tiere in den Stall und werden nach 17 Wochen an Legehennenhalter verkauft.

Damit sich die Hühner im neuen Stall gleich wohlfühlen, stimmen Krüssels mit den zukünftigen Besitzern die Haltung ab. „Keiner möchte gestresste Hühner, die nicht wissen, wo sie hinmüssen“, verdeutlicht der 34-Jährige. Die Einrichtung der beiden Ställe mit Sitzstangen in der Voliere, Auslauf und Lichtprogramm ähnelt daher den späteren Legehennenställen. „Das ist wichtig, damit die Hühner lernen, auf die Nester zu springen und ihre Eier nicht auf den Boden legen“, betont Krüssel. Mit dem Lichtprogramm signalisiert er ihnen, zur Nachtruhe aus dem Scharraum in die Voliere zurückzukommen.

Eingestreut werden die Hühner mit Strohstrukturpellets. Auch damit hat Krüssel ein weiteres Standbein aufgebaut: Seit anderthalb Jahren verkauft er die Pellets an Milchvieh-, Geflügel- und Pferdehalter als Einstreu sowie an Schweinehalter als rohfaserreiches Futter. „Das ist das Gute an der Landwirtschaft: Man kann sich auf das spezialisieren, was man will und was man gut kann“, sagt Krüssel. (LPD 64/2026)

Ansprechpartnerin: Wiebke Molsen, Tel.: 0511 3670476, wiebke.molsen@landvolk.org

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