Bei Damwild übersteigt die Nachfrage das Angebot

Bei Damwild übersteigt die Nachfrage das Angebot - Foto: DJV
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L P D – Je nach Alter heißen sie Spießer, Knieper, Löffler oder Schaufler, werden bis zu einem Meter groß und 120 Kilogramm schwer. Damhirsche und Damtiere, also weibliches Damwild, sind in freier Wildbahn gut an ihren weißen Flecken zu erkennen. Die zutraulichen Tiere eignen sich aber auch hervorragend für die Gehegehaltung, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Rund 900 Landwirte in Niedersachen halten insgesamt etwa 22.000 Damhirsche im Gehege. Aus Tierschutzgründen müssen sie ganzjährig im Freiland gehalten werden, für den Herbst und Winter brauchen sie allerdings eine Schutzhütte und trockenen Untergrund.

Die Damwildhalter nehmen derzeit die Bestellungen für die Festtage entgegen und gehen auch in diesem Jahr wieder davon aus, dass die Nachfrage das Angebot übersteigen wird. Das magere Fleisch mit der charakteristischen rot-braunen Farbe wird immer beliebter. Geschlachtet werden Damtiere und Damhirsche im zweiten Jahr, also mit 15 bis 18 Monaten. Die Damhirsche heißen jetzt Spießer, aufgrund ihrer Geweihausprägung. Strenge Hygieneauflagen garantieren einen hohen Qualitätsstandard des Fleisches. Auf Wunsch fachmännisch zerlegt können die Kunden das küchenfertige Fleisch direkt im Hofladen kaufen.

„Wir raten dazu, den Braten für die Festtage bereits jetzt beim Wildtierhalter in der Nachbarschaft zu bestellen, damit man später nicht das Nachsehen hat“, empfiehlt Ulrich Löhr. Der Vorsitzende des Landvolk-Kreisverbandes Braunschweig ist selbst Gehegewildhalter und erwartet auf Grund des regen Interesses ein weiter stabiles Preisniveau für Damwildfleisch. Die Nachfrage und der gute Preis für ihre Produkte nimmt den Gehegewildhaltern allerdings nicht ihre größte Sorge: „Der Wolf bereitet uns Wildhaltern zunehmend Schwierigkeiten. Neben dem Riss einzelner Tiere im Gehege wiegen die Verletzungen fast noch schwerer, die sich die umstehenden Tiere bei ihrer panikartigen Flucht zuziehen. Zudem sind Herden, die vom Wolf heimgesucht wurden, oft auf Monate hinaus regelrecht traumatisiert, was den Umgang mit den Tieren erheblich erschwert“, erklärt Löhr. Die Angst um die Tiere wiege dabei viel schwerer als der finanzielle Verlust. Der Anblick  nach einem Wolfsangriff sei für die Tierhalter nur schwer zu ertragen und Löhr hört immer wieder von Berufskollegen, dass sie überlegen, diesen ökologisch wertvollen Betriebszweig einzustellen. (LPD 91/2016)