Durchschnittliche Rübenernte in Norddeutschland

Zuckerrüben
Foto: Landvolk Niedersachsen
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Regionale große Unterschiede: Niedersachsen mit über 14 Tonnen pro Hektar voran

L P D – „Insgesamt betrachtet haben die norddeutschen Rübenanbauer eine gute Durchschnittsernte eingefahren“, erklärt Dr. Heinrich-Hubertus Helmke, Geschäftsführer des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ), gegenüber dem Landvolk-Pressedienst zur gerade beendeten Zuckerrübenkampagne 2020/21. Regional waren allerdings große Unterschiede zu beobachten. „Trotz umfassender Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen konnte die Versorgung der Bevölkerung mit dem Grundnahrungsmittel Zucker aber zu jedem Zeitpunkt sichergestellt werden“, stellt Helmke fest.

Im Durchschnitt der Kampagne wurde ein Rübenertrag von etwa 74 Tonnen je Hektar (t/ha) mit einem Zuckergehalt von gut 18 Prozent erzielt. Daraus errechnet sich für das gesamte DNZ-Verbandsgebiet ein Zuckerertrag von 13,4 t/ha, im vergangenen Jahr waren es 12,5 t/ha, zeigt Helmke auf. Regional liegen die Anbaugebiete in Niedersachsen (14,4 t/ha), wo auf knapp 100.000 ha Zuckerrüben angebaut werden, und Schleswig-Holstein (13,9 t/ha) darüber, Mecklenburg-Vorpommern (12,6 t/ha) und Sachsen-Anhalt (11,8 t/ha) knapp darunter. Bei den einzelnen Betrieben reiche die Spanne zwischen Rekord und Enttäuschung, wie zum Beispiel mit 12,9 t/ha in der Region Schladen bis hin zu 15 t/ha in Nordstemmen.

Nach der zügigen Aussaat Anfang April hatten die Rüben in fast allen Regionen des DNZ-Verbandsgebiets zunächst gute Start- und Wachstumsbedingungen. „Fehlende Niederschläge im Frühsommer führten dann aber vielerorts zu Wachstumsverzögerungen. Mit einsetzenden Niederschlägen erholten sich die Bestände und konnten bis zum Ende der Wachstumsperiode häufig noch gut an Ertrag zulegen“, schildert der DNZ-Geschäftsführer den Verlauf. In den Beregnungsregionen mit leichten Böden war häufig das Wasser der begrenzende Faktor, hier waren die Ergebnisse überwiegend unbefriedigend. Besonders im Süd-Osten Niedersachsens hat anhaltende Trockenheit den Ertrag gemindert. Deutschlandweit wird ein Zuckerertrag von 13,1 t/ha erwartet und liegt somit leicht über dem fünfjährigen Mittel von 12,9 Tonnen Zucker je Hektar.

Bei den Ökorüben, die allesamt schon im September geerntet und verarbeitet worden sind, konnten im Schnitt 7,5 Tonnen Zucker geerntet werden. Der Ökorüben-Anbau hat aufgrund der steigenden Nachfrage nach Ökoprodukten in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt – von einst 200 ha Fläche in 2017 auf 700 ha in 2019. In der Kampagne 20/21 wurden auf circa 1.300 ha Ökorüben angebaut. „Mit dem leicht unterdurchschnittlichen Ergebnis sind wir angesichts der Witterungsumstände und des Schädlingsaufkommens doch sehr zufrieden“, sagt Helmke.

Mit dem Format „Rund um Rübe und Zucker“ finden die traditionellen Winterversammlungen erstmals als digitale Veranstaltung unter dem Motto „Kampagne kompakt“ aufgrund der anhaltenden Corona-Situation statt. An insgesamt sieben Online-Terminen haben die Zuckerrübenanbauer vom 9. bis 15. Februar die Möglichkeit, sich für die nächste Saison zu informieren.

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Silke Breustedt-Muschalla

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