Für eine gute Zukunft auf den Höfen

Foto: Landvolk Niedersachsen
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Weihnachtsgruß von Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke

L P D – Bäuerinnen und Bauern sollen sich bewegen, ihre Wirtschaftsweise überdenken. Politik, Gesellschaft, Medien, sie alle erwarten von den Betriebsleitern noch mehr Veränderungsbereitschaft, hin zu mehr Tierwohl, mehr Natur- und Umweltschutz. „Ich dagegen denke, dass wir hier bereits auf einem guten Weg sind“, schreibt Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke in seinem Weihnachtsgruß in der Fachzeitschrift „Land & Forst“.  Der technisch-biologische Fortschritt habe die Landwirte immer begleitet. Die Handarbeit auf den Feldern wurde von einfachen Hilfsmitteln abgelöst, dem Pferd folgte der Trecker, das sind die deutlich sichtbaren Innovationen, die so viele Arbeitsschritte vereinfachten. Dafür gab es zumeist Beifall von technikbegeisterten Menschen. Schwieriger wurde es mit Ertragszuwächsen durch moderne Sorten und bessere Anbaumethoden, sie stoßen zunehmend auch auf Kritik. Die qualitativen Fortschritte fallen noch weniger ins Gewicht, sie werden fast als selbstverständlich vorausgesetzt. Fakt aber bleibt, dass immer weniger Landwirte immer mehr Menschen mit deutlich mehr Lebensmitteln in besserer Qualität und zu niedrigeren Preisen als früher ernähren können. „Für uns Landwirte ist dies ein zweischneidiger Erfolg: Für mehr Leistung gibt es keinen monetären Mehrertrag“, bedauert Schulte to Brinke.

Das ist nicht in Stein gemeißelt! Die Landwirte drehen weiter an den berühmten „kleinen Schräubchen“. Sie engagieren sich für einen langfristigen Wasserschutz und haben die Stickstoffeffizienz deutlich verbessert. Sie setzen mehr Tierschutz um und haben im Tierschutzplan des Landes aktuell eine Leitlinie für die Rindermast mit erarbeitet. Sie wollen mehr Biodiversität und schaffen mit Blühflächen, Lerchenfenstern und anderen Angeboten dafür die Voraussetzungen. Sie nehmen gesellschaftliche Strömungen und Erwartungen auf. Im Gegenzug erwarten sie Erzeugerpreise, die nicht nur die Kosten, sondern auch das unternehmerische Risiko decken. Und sie wünschen sich gelegentlich ein Wort der Anerkennung. Diese komplexen Themen standen nach Darstellung Schulte to Brinkes bei den vielen Demonstrationen im ganzen Land im Mittelpunkt. In nie gekannter Solidarität haben die Landwirte mit Politikern, Mitbürgerinnen und Medienschaffenden das Gespräch gesucht und ihre Sichtweise dargelegt.

Für die Politik hat Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Agrargespräch im Bundeskanzleramt den Faden aufgenommen. Manchem Landwirt mögen die ersten Ergebnisse noch zu wenig belastbar sein, aber gegenseitiges Vertrauen braucht Zeit, muss wachsen und sich bewähren. Diese Form der Veränderung wünscht der Landvolkpräsident allen für das neue Jahr, damit Landwirtschaft in Niedersachsen weiter Rückhalt in der Bevölkerung und eine gute Zukunft haben kann. „Wir dürfen nicht in unseren Filterblasen verharren. Nein, wir alle, auf den Höfen, in den Dörfern, in den Städten, sollten uns mehr Zeit nehmen, um uns gegenseitig zuzuhören, Argumenten gegenüber aufgeschlossen zu sein und aufeinander zuzugehen. Bleiben wir im Gespräch“, ermuntert der Landvolkpräsident!

Allen landwirtschaftlichen Familien sowie den vielen Akteuren, die sich in Politik, Behörden oder Verbänden und Institutionen für die Menschen im ländlichen Raum und auf den Höfen eingesetzt haben, wünscht er eine besinnliche Weihnachtszeit und fügt für 2020 an: „Mögen Gottes Segen, Gesundheit und Wohlergehen Sie im Neuen Jahr begleiten!“ (LPD 95/2019)