„Mäuseohren“ zieren rote Weihnachtssterne

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Neue Sorten und Züchtungsmethoden erweitern Qualität und Aussehen der Pflanze

L P D – So traditionell wie Weihnachten in Deutschland und Niedersachsen zumeist gefeiert wird, so traditionell sind die Kunden bei der Wahl des Blumenschmuckes zum Fest. „Zu Weihnachten muss der Stern rot sein. In den Herbstmonaten hingegen werden auch andere aktuelle und moderne Farben in Pink oder Cremeweiß nachgefragt“, beschreibt Dr. Dirk Ludolph von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Ahlem in der Region Hannover gegenüber dem Landvolk-Pressedienst das Kaufverhalten der Verbraucher. ,Mickey Mouse‘ heißt die neueste Sorte, deren rote Blätter an die Ohren der weltbekannten Disney-Figur erinnern – sozusagen ein ,must have‘ für alle Freunde des beliebten Wolfsmilchgewächses.

Die Züchtungsmethoden des Weihnachtssterns werden fortlaufend verfeinert und nachhaltig verbessert. Eine Stunde hellrotes Licht erzeugt durch LED mit 660 Nanometer nach Sonnenuntergang reicht aus, um das Streckungswachstum der Weihnachtssterne genauso zu hemmen und ersetzt den Einsatz von Hemmstoffen. Der Weihnachtsstern bekommt durch das rote LED-Licht eine kompakte Struktur mit schönen Blattflächen. An die 32 Millionen Weihnachtssterne werden in Deutschland je Saison verkauft, allein sieben Millionen sind es in Niedersachsen. Während die Stecklinge der Weihnachtssterne aus Afrika kommen, erfolgt der Rest der Pflanzenentwicklung zu gut 90 Prozent in Deutschland, berichtet Dirk Ludolph. Mit der neuen LED-Technik, die einfach umzusetzen sei, könne zukünftig komplett auf den Einsatz von Hemmstoffen verzichtet werden. Außerdem beobachten die Züchter die Trends im Markt. So soll die Pflanze eher kleinere, dafür mehrere Triebe besitzen anstatt drei großer roter Blüten. Bei der neuen Sorte ‚Mickey Mouse‘ sind die Blätter zudem runder und erinnern an Mäuseohren.

Das Angebot, das immer mehr über den Lebensmitteleinzelhandel verkauft wird, ist groß, der Verbraucher kann sich über niedrige Preise freuen. Doch für den Fachmann der Versuchs- und Lehranstalt ist das sinkende Preisniveau auch damit zu erklären, dass es für die großen Produktionsbetriebe zur Weihnachtszeit kaum Alternativen gibt und diese erst wieder mit den Beet- und Balkonpflanzen im Frühjahr Geld verdienen können. Wie bei anderen Produkten sollte der Verbraucher den Weihnachtsstern regional und nachhaltig einkaufen und in der Gärtnerei oder im Fachhändler auswählen. Hier gibt es zudem den kostenlosen Tipp vom Fachmann, damit der Weihnachtsstern noch lange über die Weihnachtszeit hinaus mit roten Blütenblättern Freude macht. (LPD 89/2019)