Schacht Konrad ist unzureichend sicher

Schacht Konrad ist unzureichend sicher - Foto: Wasmus
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L P D – Als „unzureichend sicher“ lehnt das Landvolk Niedersachsen mit seinen Kreisverbänden Helmstedt, Wolfenbüttel, Peine und Goslar die Tiefenlagerung von Atommüll ohne die Option der Rückholbarkeit konsequent ab. „Dieses Verhalten basiert auf dem Wissenstand, wie er vor 30 Jahren erlangt wurde, und birgt für die landwirtschaftliche Erzeugung ein unkalkulierbares Gefährdungspotenzial“, schildert Landvolk-Vizepräsident Ulrich Löhr bei einer Anhörung im Umweltausschuss des Niedersächsischen Landtages zu dem Thema in Hannover. Er vergleicht die Faktenlage mit der Genehmigungspraxis bei Scheunen- oder Stallbauten: „Auf der Basis derart veralteter Daten würde keinem Bauern eine Baugenehmigung erteilt“.

Das Landvolk Braunschweiger Land vertritt in der Region etwa 3.600 bäuerliche Mitglieder. Die Ackerbauregion zeichnet sich durch ihre hervorragende Ertragskraft aus, sie rangiert europaweit in der Spitzenliga. Schon jetzt aber müssen die Landwirte für die Unbedenklichkeit ihrer Produkte umfangreiche Nachweise führen, weil die die Folgen des Atommülllagers im Schacht „Asse II“ ertragen müssen. Durch ein zweites Endlager in unmittelbarer Nähe befürchten die Landwirte eine erhebliche Verschärfung dieser Nachweispflichten. „Lebensmittelkonzerne reagieren heute schon bei geringsten Gefahren einer Kontamination auf der Rohstoffseite mit einer konsequenten Auslistung. Unseren mittelständisch geprägten bäuerlichen Höfen würde damit die Existenzgrundlage entzogen“, beschreibt Löhr die Sorgen der Landwirte. Es gebe keine Berechnungen, wie sich die unvermeidliche radioaktive Kontamination unterhalb gesetzlicher Grenzwerte aus beiden Lagern addieren könne. Der Schacht „Asse II“ liegt genau in der Hauptwindrichtung von „Schacht Konrad“. Unzureichend erforscht sind nach Einschätzung des Landvolkes auch die Transporte der radioaktiven Abfälle, nicht zuletzt müsse hier nach den Erfahrung der jüngsten Bahnunfälle die Fehlerquelle „menschliches Versagen“ berücksichtigt werden. Und schließlich verweist das Landvolk auf die Ableitung der kontaminierten Abwässer über eine Druckwasserleitung aus dem Schacht heraus in den Fluss „Aue“. Diese Verbringung werde gewählt, weil die unmittelbare Einleitung vor Ort wegen zu hoher Belastung des Gewässers als nicht möglich eingestuft werde. Für die Landwirte sei dies der Hinweis, dass mit einer messbaren Kontamination der Abwässer und damit auch der Umwelt zu rechnen sei. (LPD 17/2016)