Schafe suchen in der Stadt sicheren Schutz vorm Wolf

Schafe
Schäfer und Weidetierhalter wollen am 29.04. mit ihren Tieren nach Hannover und Uelzen in die Stadt kommen, denn auf dem Land sind die Weidetiere vor dem Wolf nicht mehr sicher Foto: Landvolk
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Weidetierhalter-Aktionen zum Tag des Wolfes am 29. April in Hannover und Uelzen

L P D – „Das kommende Wochenende steht ganz im Zeichen des Wolfs und damit unvermeidlich verbunden im Zeichen der Zukunft der Weidetierhaltung in ganz Deutschland und in Niedersachsen“, lädt Schäfer und Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung, Wendelin Schmücker, alle Interessierten ein, die Aktionen rund um den bundesweiten Tag des Wolfes zum Erhalt der Weidetierhaltung zu unterstützen. Einige Aktionen sind auch in Niedersachsen geplant: So wollen Schäfer und Weidetierhalter am 29. April mit ihren Tieren nach Hannover und Uelzen in die Stadt kommen, denn auf dem Land sind die Weidetiere vor dem Wolf nicht mehr sicher, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

„Weidetierhalter bringen ihre Tiere in die Stadt“ heißt es am Freitag, 29. April, sowohl in Hannover als auch in Uelzen. Von 11 bis 13 Uhr werden einige Schafe, Ziegen und Pferde vor dem Landtag in Hannover stellvertretend für ihre vielen Artgenossen die Weide mit dem Asphalt tauschen, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Die Schäfer und Weidetierhalter wollen den Hannah-Arendt-Platz am Landtag als auch den Herzogenplatz in Uelzen nutzen, um mit Politikern sowie mit Bürgerinnen und Bürgern über ihre Situation auf dem Land ins Gespräch zu kommen und über die Wolfsproblematik zu informieren. „Die ungebremste Ausbreitung der Wölfe und die Untätigkeit der Bundespolitik fordern immer mehr Opfer. Viele Weidetierhalter geben auf, weil sämtliche Herdenschutzmaßnahmen nicht nur versagen, sondern die ständig steigenden Anforderungen an die Tierhalter nicht mehr zu stemmen sind“, erklärt Wendelin Schmücker den Grund für diese Aktion.

Deutschland weist die weltweit dichteste Wolfspopulation auf. Dies führe nicht nur zur Bedrohung und Tötung der Weidetiere, sondern auch zu einer Gefährdung von Menschen, führt Schmücker aus. „Das beweisen die ständig steigenden Risszahlen und auch die zunehmenden Sichtungen in den Dörfern und Städten: Spaziergänger, Jogger und Erholungsuchende werden von Wölfen verfolgt. Wer dies als Panikmache abtut, handelt verantwortungslos“, richtet der Vorsitzende seine Forderung an die Politik, endlich den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Ohne Weidetiere drohe nicht nur der Verlust von Biodiversität und Artenschutz, sondern auch von Naturraum, in dem nicht nur der Mensch Ruhe und Erholung findet. Am eigentlichen Tag des Wolfes, 30. April, wird – wie schon im vergangenen Jahr – von Seiten des Deutschen Bauernverbandes ein bundesweiter digitaler Aktionstag in den sozialen Medien dazu stattfinden. Hier sind Weidetierhalter und Landesbauernverbände aufgerufen, diesen mit kurzen Videos zu unterstützen. (LPD 32/2022)

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Silke Breustedt-Muschalla

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