Tipula-Larven nur regional problematisch

L P D – Sie sind bis zu vier Zentimeter groß, erdfarben, walzenförmig und beinlos: Tipula-Larven, der Nachwuchs der Wiesen- oder Sumpfschnake. Die große Mückenart ist vielen auch bekannt als „Schuster“. Vorwiegend im September legen die Schnaken-Weibchen mehrere hundert Eier ab. Bevorzugt in landwirtschaftlichem Grünland auf feuchten und anmoorigen Standorten. Regnet es im September wenig, vertrocknen viele der Eier. In einem regnerischen Spätsommer können die Tipula-Larven allerdings zu einem großen Problem für die Bewirtschafter von Wiesen und Weiden werden, berichtet der Landvolk-Pressedienst. Denn im April und Mai bedient der Schnaken-Nachwuchs sich mit großer Vorliebe an den bodennahen Teilen der Graspflanzen und kann so den Ertrag vom Grünland leicht bis zu einem Drittel mindern. Die Schadschwelle, also die Befallsdichte, die eine Bekämpfung notwendig machen würde, liegt bei 300 Larven pro Kubikmeter Boden. Jetzt im Herbst werden die Larven pro Kubikmeter Boden gezählt. Weil es in der Region viel Grünland gibt, ist das Pflanzenschutzamt Bremervörde für einen Großteil der Zählungen verantwortlich. Auf 43 untersuchten Flächen haben die Berater in diesem Jahr durchschnittlich 194 Larven gezählt. Insgesamt wurde die Schadschwelle auf 23 Prozent der Flächen überschritten. Die liegen überwiegend im nördlichen Landkreis Cuxhaven. In anderen Teilen Niedersachsens wurde die Schadschwelle bisher auf keiner der beobachteten Flächen überschritten, berichtet das Pflanzenschutzamt in Hannover.

Eine gute Nachricht für die Landwirte. Denn gegen Tipula-Larven in den Grünlandbestän-den können sie wenig unternehmen. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist nur möglich, wenn dafür eine Ausnahmegenehmigung erteilt wird. Pflanzenbauliche Maßnahmen und neue Ansätze, wie zum Beispiel das Ausbringen von Kalkstickstoff, haben bisher nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Eine biologische Bekämpfung mit konkurrierenden Organismen ist für den großflächigen Einsatz schlicht zu teuer. Sogar eine Neuansaat im Frühjahr kann den hungrigen Larven wenig entgegensetzen, da das große Fressen der Larven erst im April und Mai beginnt. Im heimischen Rasen können die gefräßigen Larven ebenfalls für Kahlstellen sorgen. Ein frostiger Winter schafft da keine Abhilfe. Erfahrungen des Pflanzenschutzamtes haben gezeigt, dass die kleinen Tiere sogar ein Meter dicke Eisschichten überleben können. (LPD 88/2013)