Was macht der Waschbär auf dem Rübenfeld

Was macht der Waschbär auf dem Rübenfeld - Foto: Palandt Agrartechnik
Foto: Palandt Agrartechnik

L P D – Panther, Tiger und Maus sind bei Zuckerrübenanbauern bestens bekannt, jetzt gesellt sich bei einigen noch der Waschbär hinzu. Gemeint sind aber nicht die echten Tiere, sondern mit Namen aus dem Tierreich bezeichnete Maschinen für die Rübenernte, teilt der Landvolk-Pressedienst mit. Tiger und Panther holen die Hackfrüchte gekonnt aus dem Boden. Die Reinigungs- und Lademaus hat sich eingebürgert, um die am Feldrand gelagerten Zuckerrüben auf Anhänger zu verladen. Sie befreit zugleich die Rüben von ihrem Erdanhang, nicht nur zur Freude der Zuckerfabriken, auch Autofahrer in den Rübenanbauregionen freuen sich über saubere Straßen.

Noch deutlich sauberer als nach der Reinigung durch die Lademaus liefert der Waschbär die süßen Hackfrüchte ab. Ein Tüftler aus dem niedersächsischen Grasdorf hat den Rübenroder für die spezielle Verwertung von Energierüben in Biogasanlagen umgerüstet. Biogasanlagen reagieren empfindlich auf zu viel Erdanhang an den Hackfrüchten, ihre Betreiber bevorzugen saubere Rüben. Dafür ist der Tiger zum Waschbär mutiert. Erste Vorarbeiten dazu lieferten einige experimentierfreudige Landwirte aus dem Heidekreis. Sie statteten gebrauchte Rübenroder für die Ernte ihrer Energierüben mit zusätzlichen Aggregaten zum Entsteinen und Abtrennen von Erdanhang aus. Eine Firma in Grasdorf südlich von Hannover entwickelte die Ideen weiter und stattete die Rübenroder zusätzlich unter anderem mit zwei Wassertanks für Frisch- und Schmutzwasser aus. Die vom Feld gerodeten Rüben werden auf dem Waschbär durch ein Wasserbad geschleust, wo sie gut bewegt und anschließend abgeduscht werden. Erde und Steine gehen kontinuierlich zurück auf den Acker. Der Wasserverbrauch steigt mit der Bodengüte, Sand lässt sich leichter abwaschen als Lehm!

Im vergangenen Jahr wurden die ersten Rübenroder entsprechend umgebaut, aktuell sammeln einige Landwirte mit den Waschbären auf ihren Rübenfeldern noch Pioniererfahrungen und geben Tipps zur weiteren Verbesserung. So werden beispielsweise Lager und Dichtungen, die mit Wasser in Berührung kommen, mit Spezialfetten geschmiert, damit sie immer gut funktionieren. Mit den Energierüben wird Biogasanlagenbetreibern eine Alternative zu Mais geboten. Tierische Konflikte gibt es übrigens beim Einsatz von Tiger, Panther, Waschbär und Maus auf dem Rübenacker nicht… (LPD 96/2015)