Generationen arbeiten vielseitig zusammen

Hinrich Meyer Foto: Landvolk Niedersachsen

Niedersachsens Landwirte machen weiter – so wie Allroundtalent Hinrich Meyer

L P D – „Wenn der Löwenzahn blüht, dann kannst Du Mais legen“ – diesen Rat von seinem Opa beherzigt Hinrich Meyer aus Hatten bei Oldenburg jedes Jahr. Erfahrungsgemäß ist dann die benötigte Temperatursumme erreicht, um den Boden ausreichend zu erwärmen. Und der Erfolg gibt ihm Recht: Er baut nicht nur Mais für seine 60 Milchkühe, Mastbullen und die Biogasanlage an, er sät den Mais auch im Lohn für zahlreiche Berufskollegen. Der Landwirt hat den Hof 2016 von seinen Eltern übernommen und ist froh, dass die ganze Familie mit anpackt. Seine Eltern sind ebenso aktiv wie seine zukünftige Ehefrau, ein Auszubildender und zwei Teilzeitkräfte. Oft sind auch Praktikanten aus dem Ausland zu Gast.

„Das ist doch das Besondere an der Landwirtschaft, dass man mit den Generationen zusammenarbeitet und die Erfahrungen weitergibt“, sagt Meyer. Jeder habe sein Spezialgebiet. Denn der Betrieb ist mit Jungsauenaufzucht, Milchvieh, Bullenmast, Biogas und Getreide sehr vielseitig aufgestellt. Das Wissen für dieses breitgefächerte Aufgabengebiet hat der 34-jährige staatlich geprüfte Betriebswirt in seiner Ausbildung zum Landwirt, einem Auslandspraktikum in Minnesota, der Fachschule in Cloppenburg und seiner Arbeit als Betriebshelfer für den Maschinenring erworben. Und eben auch von seinen Vorfahren.

Die vielen Standbeine des Bauernhofs erfordern zwar ein überdurchschnittlich vielseitiges Interesse des Betriebsleiters, sie federn Krisen aber auch leichter ab und gleichen Einkommenseinbußen aus. „Irgendwas läuft immer“, bleibt Meyer optimistisch. Die regelmäßigen Einnahmen aus dem Milchpreis geben ihm zudem eine gewisse Sicherheit. Gerade jetzt, wenn im Frühjahr „Arbeit satt“ da ist, ist er froh, dass die Kühe automatisch mit dem Melkroboter gemolken werden. „Arbeit ist trotzdem noch genug da, sie kann aber flexibel erledigt werden“, erläutert er. Denn es müsse keiner mehr pünktlich um 16 Uhr im Melkstand stehen.

Von der Corona-Krise bekommt er nur etwas mit, wenn er Dünger oder Saatgut vom Landhandel holt. „Man ist ja auf dem Hof meist mehr für sich“, beschreibt er seinen Arbeitsalltag. Bis auf die Vertreter, die sonst schonmal auf seinen Hof kommen, um etwas zu verkaufen. Ihre Besuche vermisst er weniger. „Die halten mich sowieso nur von der Arbeit ab“, sagt er mit einem Augenzwinkern und braust mit seinem Trecker zum nächsten Maisacker. (LPD 31/2020)

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