Ernährungsgutachten soll weiter diskutiert werden

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Wissenschaftlicher Beirat lädt zu virtueller Fachveranstaltung am 8. September ein

L P D – Sollen globale, europäische und deutsche Nachhaltigkeitsziele erreicht werden, dann müssen alle Sektoren weitreichende Beiträge leisten. Dazu gehört auch der Landwirtschafts- und Ernährungssektor. Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) hat vor kurzem das Gutachten „Politik für eine nachhaltigere Ernährung: Eine integrierte Ernährungspolitik entwickeln und faire Ernährungsumgebungen gestalten“ an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) übergeben. Die Resonanz auf die Inhalte und Empfehlungen des Gutachtens ist nach Angaben des Beirats sehr unterschiedlich ausgefallen. Um die Themen weiter zu vertiefen, laden nun die Autorinnen und Autoren die interessierte Öffentlichkeit am Dienstag, 8. September, ab 10 Uhr zu einer virtuellen Fachveranstaltung ein, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

Das Ziel der Analyse war es für ein wohlhabendes Land wie Deutschland weniger nachhaltige von nachhaltigeren Arten der Ernährung zu unterscheiden und aufzuzeigen, wie Politik dazu beitragen kann, dass sich Menschen nachhaltiger ernähren. Es wird nicht ausreichen, wenn sich lediglich die Produktion ändert, es muss sich auch der Konsum ändern. Der Ernährung kommt dabei eine wichtige Rolle zu: Ernährung beeinflusst nicht nur unseren Gesundheitsstatus, sondern die Produktion der Lebensmittel hinterlässt einen sozialen, umwelt-, klima- und tierschutzbezogenen Fußabdruck. Wie ein jeder von uns sowie Politik und Wirtschaft dazu beitragen kann oder sollte, wird jedoch gesellschaftlich kontrovers diskutiert. So sieht der Lebensmittelverband „eine paternalistische Lenkungsvorstellung, die den Geist des Obrigkeitsstaates atmet“, während der Bundesverband der Verbraucherzentralen die Forderungen des Beirats begrüßt und die Bundesregierung zum zügigen Handeln auffordert.

Die virtuelle Diskussionsveranstaltung beginnt mit den Vorträgen „Warum wir essen, was wir essen: Zur Multifunktionalität unseres Ernährungsverhaltens und der Notwendigkeit, faire Ernährungsumgebungen zu gestalten“ von Prof. Britta Renner sowie „Darf der Staat das? Zur Legitimation einer aktiven politischen Gestaltung unserer Ernährungsumgebungen von Prof. José Martínez und Prof. Achim Spiller. Nach der Diskussion stehen „Öko und mehr: Zur Notwendigkeit ökoeffizienter Landbausysteme“ sowie „Kita- und Schulverpflegung als zentrales Handlungsfeld“ und „Digitale Ecosystems und Kennzeichnung“ auf dem Programm. Interessierte können sich auf der Seite www.nachhaltigere-ernaehrung-gutachten.de bis Veranstaltungsbeginn registrieren oder es live auf Youtube verfolgen. (LPD 70/2020)

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