Geflügelpest breitet sich weiter aus

Foto: Landvolk Niedersachsen

Niedersachsens Landwirte tun viel für die Sicherheit auf den Höfen

L P D – Nach dem großen Seuchenzug 2016/2017 sind Niedersachsens Geflügelhalter und hunderttausende Tiere nun wieder stark betroffen von der Ausbreitung der Geflügelpest. „In diesem Winter ist das Virus nach allen bisherigen Erkenntnissen besonders aggressiv“, stellt Georg Meiners fest. Der Vorsitzende im Tierseuchen-Ausschuss des Landvolks Niedersachsen weiß aber auch: „Die Lage hat sich insgesamt verbessert, denn die Landwirte haben in den vergangenen Jahren sehr viel getan für die Sicherheit auf den Höfen.“

Unerlässlich sind laut Meiners alle Maßnahmen, die der Biosicherheit dienen. „Halten sich unsere Landwirte nicht an die vorgeschriebenen Regeln, drohen mittlerweile Sanktionen“, erklärt der Experte. „Das hat vielerorts dazu geführt, dass die Halter besser aufpassen und Ausbrüche von Geflügelpest früher erkannt und bekämpft werden können.“ Hier sei die Arbeit der Seuchen-Vorsorgegesellschaften überaus hilfreich. Für ein schnelles Erkennen von Verdachtsfällen bei Geflügel ist eine erhöhte Wachsamkeit wichtig: Sind die Tiere teilnahmslos und schlapp und legen die Hühner deutlich weniger Eier, muss sofort ein Tierarzt hinzugezogen werden.

Wildenten und -gänse können das Virus über weite Strecken verschleppen. Bei Kontakt mit solchen Tieren kann Nutzgeflügel erkranken – und auffällig ist derzeit laut Georg Meiners, dass besonders häufig Putenmasten betroffen sind. „Die Ställe sind sehr offen gebaut, dadurch hat es das Virus leichter“, erläutert der Landwirt.

Ähnlich gefährlich ist die Lage bei Mobilställen. Diese dürfen während der Aufstallungspflicht nicht mehr verzogen werden. Je nach Risikolage ist es empfehlenswert, die Mobilställe frühzeitig auf den Winterstellplatz zu schaffen oder sie im Fall der Aufstallungspflicht an den Hof zu holen, empfiehlt die Landwirtschaftskammer. Die Versorgungswege werden kurz gehalten und die Gefahr der Einschleppung reduziert. Auch wenn eine Reihe von gesetzlich angeordneten Maßnahmen erst ab einer Bestandgröße von 1.000 Tieren verpflichtend gelten, sollten sich auch kleinere Bestände an die Biosicherheitsmaßnahmen halten.

Georg Meiners erinnert daran, dass Freilandeier nach 16 Wochen Aufstallung als Ware aus Bodenhaltung deklariert werden müssen, Bioeier hingegen nicht: „Dies ist für Verbraucher wichtig, zu wissen.“ (LPD 5/2021)

Ansprechpartnerin für diesen Artikel

Sonja Markgraf

Pressesprecherin

Tel.: 0511 36704-31

E-Mail-Kontakt

Weitere Beiträge

Energiepreise, Dünger und Marktstrukturen setzen Landwirtschaft weiter unter Druck

L P D – Die landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen stehen weiterhin unter massivem wirtschaftlichem Druck. Vor allem stark gestiegene Diesel- und Düngerpreise sowie anhaltend niedrige Erzeugerpreise verschärfen die Situation zunehmend.…

Konstruktiver Dialog stärkt die Landwirtschaft

L P D – Regelmäßig tauscht sich Ministerpräsident Olaf Lies mit dem Präsidium des Landvolks Niedersachsen zur Lage der Landwirtschaft, sie betreffende aktuelle landes- und bundespolitische Themen und anstehende Weichenstellungen…

Kommunalwahl 2026: „Dein Dorf. Deine Entscheidung“

L P D – Mit einer gemeinsamen Social-Media-Aktion starten Junglandwirte, Landjugend und Landvolk Niedersachsen frühzeitig in den Kommunalwahlkampf 2026. Ab Montag, 13. April, verbreiten die Verbände ihre Botschaft über Instagram,…

Jetzt Wegränder in Niedersachsen planen

L P D – Jetzt ist die richtige Zeit, Wegränder in Niedersachsen anzulegen und naturschutzfachlich aufzuwerten. Gemeinsam rufen die Stiftung Kulturlandpflege und das Landvolk Niedersachsen Akteure im ländlichen Raum dazu…

Landvolk: Netzpaket sorgt für Unruhe auf dem Land

L P D – In der Landwirtschaft wächst die Verunsicherung: Während Höfe zunehmend auf erneuerbare Energien setzen, sorgt ein geleakter Gesetzesentwurf – das sogenannte Netzpaket – derzeit für intensive Diskussionen…

Wie schutzbedürftig ist der Wolf?

L P D – Wie lässt sich der Schutz des Wolfs mit den Interessen der Nutztierhalter vereinbaren – und wie schnell kann Politik darauf reagieren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich…