Landvolk fordert intensive Bejagung des Wildschweins

Intensive Bejagung der Wildschweine, Foto: Landpixel

Landwirtschaft dankt Jägern im Kampf zur Eindämmung der ASP

L P D – „Wir können Niedersachsens Jägern gar nicht genug danken, dass sie mit ihrem Einsatz helfen, durch konsequente Bejagung die Afrikanischen Schweinepest, kurz ASP, einzudämmen“, erklärt Jörn Ehlers als Vorsitzender des Veredlungsausschusses im Landvolk Niedersachsen anlässlich der Veröffentlichung des neuen Landesjagdberichtes 2019/2020. Mit 70.481 Stück Schwarzwild inklusive Fallwild wurde in Niedersachsen nur zwei Jahre nach dem bisherigen Streckenrekord von 2017/18 mit 68.992 erlegten Wildschweinen ein neuer Höchstwert (plus 24 Prozent) erreicht, schreibt der Landvolk-Pressedienst.

Nachdem im September 2020 die ersten ASP-Fälle in Brandenburg bekannt geworden waren, wurde Deutschland auf den Märkten als nicht mehr ASP-freies Gebiet eingestuft. „Das drückte neben anderen Faktoren den Schweinepreis, und der ASP-Status verwehrte uns die Zugänge zu den wichtigen außereuropäischen Märkten“, sagt Landvolk-Vizepräsident Ehlers. Mittlerweile ist die ASP in Brandenburg und Sachsen angekommen und wurde nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts bei 850 Wildschweinen nachgewiesen.

„Der ASP-Druck besonders aus West-Polen ist weiter hoch, die Verbände ostdeutscher Schweinehalter fordern daher von den Behörden ein konsequenteres Vorgehen bei der Bekämpfung der Seuche. Der Grenzzaun zu Polen weist immer noch große Lücken auf. Das können wir deutschen Schweinehalter uns insgesamt nicht leisten, denn wir müssen die für den Fleischexport wichtigen Drittländer überzeugen, dass Deutschland außerhalb der Restriktionszonen ASP-frei ist“, erklärt Ehlers. 

Daher blickt Ehlers zufrieden auf die gestiegene Jagdstrecke 2019/20 bei den Schwarzkitteln. Spitzenreiter ist der Landkreis Göttingen mit fast 5.676 Wildschweinen, gefolgt vom Landkreis Heidekreis, der mit 5.656 Stück 20 Wildschweine weniger verzeichnet. Nahezu gleichauf folgen mit gut 4.600 erlegten Wildschweinen die Landkreise Celle und Uelzen.

Gute Ernährungsbedingungen in der Fläche begünstigen den Anstieg der Wildschweinpopulation. Wildschweine sind in 60 Prozent der Jagdreviere Niedersachsens vertreten: vorwiegend in Waldesnähe, doch selbst vor urbanen Räumen machen sie nicht Halt. Sie sind sehr sozial und extrem anpassungs- und lernfähig. Aufgrund des milden Frühjahrs 2020 rechnen die Jäger erneut mit einer hohen Anzahl an Nachkommen.

„Insgesamt sehe ich uns in Niedersachsen mit unseren ASP-Präventionsmaßnahmen und in der Zusammenarbeit von Behörden, Landwirtschaft und Jägern gut aufgestellt“, zeigt sich der Landvolk-Vizepräsident trotzdem zuversichtlich. Zugleich mahnt Ehlers, dass das intensive Bejagen von Schwarzwild ebenso im Fokus stehen muss wie das Verhindern des ASP-Eintrags nach Niedersachsen.

Um die Gefahr des Ausbruchs der ASP in Niedersachsen durch die unsachgemäße Entsorgung fleischhaltiger Lebensmittel aus Ländern zu vermeiden, in denen die Seuche bereits im Hausschweinebestand auftritt, weist der Landvolk-Pressedienst in diesem Zusammenhang auf die wichtigen Merkblätter für Saisonarbeitskräfte in 14 Sprachen zum Download unter https://tierseucheninfo.niedersachsen.de/startseite/anzeigepflichtige_tierseuchen/klauentiere/afrikanische_schweinepest/afrikanische_schweinepest/afrikanische-schweinepest-21709.html hin. (LPD 23/2021)

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