Fisch, Lamm und Eier bereichern das Osteressen

Regionales Lammfleisch wird dieses Ostern nur selten und recht hochpreisig zu finden sein. Grund dafür ist die Blauzungenkrankheit (BTV-3), die nicht nur einige Mutterschafe betroffen hat, sondern auch den Lammzyklus verschoben hat Foto: Landvolk

Nachfrage nach regionalem Fisch bleibt hoch / Lammfleisch ist wegen BTV knapp

L P D – Ostern ist für viele Menschen in Niedersachsen nicht nur ein religiöses Fest, sondern auch eine Zeit kulinarischer Genüsse. Ob zu Hause selbst zubereitet oder in der Gastronomie beim Osterbrunch – traditionelle Speisen wie Fisch, Lamm und Eier stehen im Mittelpunkt des Osteressens. Besonders an Karfreitag wird viel Fisch verzehrt, was auf christliche Fastenbräuche zurückgeht: auf Fleisch sollte verzichtet werden, Fisch dagegen gilt als akzeptable Alternative.

„Traditionell zieht das Fisch-Geschäft zu Ostern an“, bestätigt Torben Heese von den Aschau-Teichen gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. Während zum Osterbrunch gerne Räucherforelle, gebeizte Lachsforelle oder marinierte Fischprodukte serviert werden, bleibt die Forelle als Hauptgericht besonders beliebt. Karpfen hingegen spricht eher Liebhaber an. Heese empfiehlt zu den Ostertagen eine rechtzeitige Vorbestellung, um die gewünschte Ware zu erhalten. Trotz hoher Nachfrage stehen die regionalen Teichenwirtschaften vor Herausforderungen, unter anderem durch steigenden Fraßdruck von Prädatoren. Dennoch sei laut Heese die Versorgung mit frischem, regionalem Fisch zu Ostern gesichert.

Das Lamm hat eine besondere symbolische Bedeutung zu Ostern. Es geht auf das jüdische Passahfest zurück und steht im Christentum als „Lamm Gottes“ für die Auferstehung Jesu. In Deutschland stammt das meiste Lammfleisch aus Australien und Neuseeland, denn die Eigenversorgung liegt lediglich bei 42 Prozent. Regionales Lammfleisch wird dieses Ostern nur selten und recht hochpreisig zu finden sein. Grund dafür ist die Blauzungenkrankheit (BTV-3), die nicht nur einige Mutterschafe betroffen hat, sondern auch den Lammzyklus verschoben hat. „Viele Schafe lammen später als üblich, wodurch dieses Jahr weniger Lämmer zur Verfügung stehen“, erklärt Joachim Rehse, Vorsitzender des Landesschafzuchtverbandes Niedersachsen. Die Folge: Hohe Preise von bis zu 30 Euro pro Kilogramm im Handel. Schafhalter mit verfügbaren Lämmern profitieren zumindest von besseren Erlösen, die helfen, die Kosten für Impfungen gegen BTV-3 zu decken.

Neben Fisch und Lamm gehören Eier zu den zentralen Ostersymbolen. Laut Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) bleibt die Nachfrage nach Eiern hoch, und die Preise zeigen kaum Bewegung. Wer Wert auf Frische und Regionalität legt, wird auf Wochenmärkten oder direkt beim Landwirt fündig: Eier aus mobilen Hühnerställen sind nicht nur tierfreundlich, sondern auch eine nachhaltige Wahl. Trotz einiger Engpässe steht einem ausgiebigen Osteressen mit traditionellen Speisen und regionalen Produkten aus Niedersachsen nichts im Wege – ob Fisch, Lamm oder das klassische Osterei. (LPD 30/2025)

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