Imkerausbildung: Mit Schutzanzug und Leidenschaft

„Ich finde es grundsätzlich gut, wenn Schulabgänger eine Ausbildung absolvieren. Das ist ein guter Grundstock für das weitere Leben“, sagt Paul Brehmer. Nora Förster absolviert gerade eine Ausbildung zur Tierwirtin, Fachrichtung Imkerei. Foto: Laves Institut für Bienenkunde

Welt-Bienentag am 20. Mai – Ausbildungsportrait Tierwirt Fachrichtung Imkerei

L P D – „Manchmal, wenn wir gerade einen Moment Zeit haben, um innezuhalten und ich ein Volk öffne und die Bienen beobachte: Ah, die putzt sich gerade, die trägt weißen Springkrautpollen ein, und die anderen pflegen die Brut – das ist wirklich faszinierend“, sagt Nora Förster. Die Begeisterung für ihren Ausbildungsberuf Tierwirt/in, Fachrichtung Imkerei, ist der 29-Jährigen deutlich anzumerken. Und das nicht nur am Welt-Bienentag, der in diesem Jahr am 20. Mai begangen wird.

„Vor allem zu sehen wie das Volk, das wir hegen und pflegen wächst und Honig einträgt, das ist so schön“, beschreibt Förster ihre Motivation. Wer aber denke, dass die Imker und deren Auszubildenden den ganzen Tag an den Bienenvölkern ständen und sich über den Honig freuten, liege leider falsch. Ein Großteil der Arbeit ist die Vorbereitung der Beuten, Begattungskästchen, Eimer, Gläser… „Es gibt immer etwas zu schrubben, zu waschen oder zu desinfizieren“, meint sie mit einem Augenzwinkern. Und das sei auch gut so, dann könnten wenigstens die unvermeidlichen Bienenstiche gut ausheilen.

„Angst vor Bienen oder eine Allergie sollten die Auszubildenden nicht haben“, betont Ausbilder Paul Brehmer, Fachbereichsleiter Imkerei am Bieneninstitut in Celle an dem in Kooperation mit der Albrecht-Thaer Berufsschule, von Januar bis März der zehnwöchige Blockunterricht für alle angehenden Tierwirte Fachrichtung Imkerei bundesweit im zweiten und dritten Ausbildungsjahr stattfindet. Über beide Jahrgänge haben in diesem Jahr dort 32 Auszubildende die Schulbank gedrückt und unter anderem in Fächern wie Königinnenzucht, Völkerführung, Bienenkrankheiten, Bienenprodukte und Anatomie sowie Botanik alles gelernt, was ein Imker wissen muss.

„Darüber hinaus bieten wir unseren Auszubildenden während des praktischen Teils der Ausbildung auch die Möglichkeit, über zusätzliche Ausbildungsangebote in der Holzbearbeitung, im Umgang mit Kettensäge und Gabelstapler sowie im Schweißen Erfahrungen zu sammeln“, ergänzt Brehmer. Körperliche Fitness, handwerkliches Geschick sowie Interesse an Bienen, Landwirtschaft, Natur und Biologie seien wichtige Voraussetzungen für den Beruf. Am Bieneninstitut stehen acht Ausbildungsplätze zur Verfügung, sechs sind derzeit besetzt. Die Ausbildung ist zudem bei selbstständigen Berufsimkern möglich. „Ich finde es grundsätzlich gut, wenn Schulabgänger eine Ausbildung absolvieren. Das ist ein guter Grundstock für das weitere Leben“, macht Brehmer deutlich.

Wie es mit den Bienen durch den Klimawandel weitergeht, sieht er als Herausforderung für die zukünftigen Imker. „Die wichtigste Aufgabe ist es, die Völker fit zu halten, damit sie mit dem stetigen Wandel in der Natur gut zurechtkommen“, sagt er. Dazu zählen veränderte Blühzeiten, der Rückgang bestimmter Baumarten wie der Fichte durch den Borkenkäfer, oder der Befall durch Schädlinge wie die Varroa-Milbe und potenzielle Konflikte mit der invasiven Asiatischen Hornisse. Dennoch sind Bienen anpassungsfähig – und die Auszubildenden lernen täglich, wie sie ihre Völker auch durch schwierige Zeiten führen können.

Die Ausbildung im Beruf Tierwirt ist neben der Imkerei in den Fachrichtungen Geflügel-, Rinder- und Schweinehaltung möglich. Weitere Informationen zu allen 12 grünen Berufen in Niedersachsen stehen unter www.talente-gesucht.de bereit. (LPD 37/2025)

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