Impulse aus der Praxis für die Zukunft des Agribusiness

Landvolk-Vizepräsident Hubertus Berges machte im Gespräch mit Ministerpräsident Olaf Lies und Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte deutlich, worauf es aus landwirtschaftlicher Sicht ankommt: Niedersachsen brauche „Macherinnen und Macher und die nötigen Rahmenbedingungen“, um Innovationskraft in Wertschöpfung zu übersetzen. Es gebe viele gute Ideen und Start-ups, doch der Weg zur Umsetzung sei oft steinig Foto: Landvolk

Hennies: „Wir müssen schneller von der Innovation zur Investition kommen!“

L P DAuf der diesjährigen Grünen Woche wurde aus Sicht des Landvolks eines unmissverständlich klar: Wenn Niedersachsen auch künftig als starker Agrar- und Wirtschaftsstandort bestehen will, braucht es mehr Tempo, mehr Mut und verlässliche Rahmenbedingungen für Innovationen. In zahlreichen Foren und Diskussionsrunden – wie bei der „Zukunftswerkstatt Land und Ernährungswirtschaft“ der Marketinggesellschaft Niedersachsen – wurde deutlich, dass Innovationskraft vorhanden ist, die Umsetzung jedoch zu oft ausgebremst wird.

Landvolk-Vizepräsident Hubertus Berges machte im Gespräch mit Ministerpräsident Olaf Lies und Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte deutlich, worauf es aus landwirtschaftlicher Sicht ankommt: Niedersachsen brauche „Macherinnen und Macher und die nötigen Rahmenbedingungen“, um Innovationskraft in Wertschöpfung zu übersetzen. Es gebe viele gute Ideen und Start-ups, doch der Weg zur Umsetzung sei oft steinig.

Das bestätigte auch Ministerpräsident Lies: „Wir haben gute Ideen und Startups, aber irgendwann braucht es Geld, um sie zu unterstützen.“ Landwirtschaftsministerin Staudte verwies zudem auf den ausgeprägten Praxisbezug im Agrarbereich. Gerade deshalb gebe es ein großes Interesse an Start-ups im vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft.

Aus Sicht des Landvolks scheitern dennoch viele Gründungen – nicht an mangelnden Ideen, sondern der Grund liegt für Landvolkpräsident Holger Hennies klar auf der Hand: die massive Auflagen- und Bürokratielast. „Innovation benötigt ein gesellschaftliches Klima. Wir müssen schneller von der Innovation zur Investition kommen“, forderte Hennies. Entscheidungsprozesse müssten deutlich beschleunigt werden. „Fünf Jahre für einen Bauantrag sind viel zu lang, dann ist das Startup weg. Das ist eine der Hausaufgaben, die wir zu machen haben.“

Neben schlankeren Verfahren sieht Hennies auch in der Ausbildung einen entscheidenden Hebel. Bereits an den Hochschulen müsse es mehr praxisnahe Beratung geben, um gravierende Fehlentscheidungen zu vermeiden. „Für eine gute Investition benötigt man ein gutes Produkt sowie eine ordentliche Portion Hartnäckigkeit“, so Hennies. Innovationen seien immer mit Risiken verbunden, diese dürften jedoch nicht überbewertet werden. Risiken müssten zugelassen werden, um Fortschritt zu ermöglichen.

Landwirtinnen und Landwirte gingen diesen Weg täglich, indem sie auf ihren Betrieben investierten, um zukunftsfähig zu bleiben. Daher forderte Hennies erneut die Politik auf, endlich den Bürokratiedschungel zu lichten. Nur so könne der Innovations- und Investitionsmotor in Niedersachsen wieder anspringen – nicht nur in der Landwirtschaft, sondern entlang der gesamten agrarischen Wertschöpfungskette. (LPD 07/2026)


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