Innovationskraft für mehr Resilienz

Im Rahmen des 19. Biogas-Innovationskongresses am 20. und 21. Mai in Osnabrück wurden auch in diesem Jahr die Biogas-Innovationspreise der Deutschen Landwirtschaft durch den Deutschen Bauernverband (DBV) verliehen. Johann Meierhöfer, Fachbereichsleiter für Pflanzliche Erzeugung und Energie beim Deutschen Bauernverband, stellte bei der Übergabe der Preise fest: „Die heute ausgezeichneten Innovationen zeigen eindrucksvoll: Biogas ist kein Auslaufmodell, sondern eine tragende Säule einer stabilen, sicheren und erneuerbaren Energieversorgung“. Mehr als 9.600 dezentrale Anlagen in Deutschland verbinden Landwirtschaft, Energieerzeugung, Wärmeversorgung und Kreislaufwirtschaft – mittelfristig können sie 12 bis 24 Gigawatt gesicherte, regelbare Leistung bereitstellen. „Damit dieses Potenzial gehoben werden kann“, so Meierhöfer weiter „braucht die Branche jetzt verlässliche Rahmenbedingungen bei dem EEG 2027, der EnWG-Novelle und dem Gebäudemodernisierungsgesetz. Jede weitere Verzögerung kostet Anlagen, regionale Wertschöpfung und vor allem Versorgungssicherheit.“

Der mit 6.000 € dotierte Wissenschaftspreis in Gold geht an die Forschergruppe der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Wädenswil) unter Federführung von Claudio L. Kalbermatten, MSc. für das Projekt „FUNGAS – Enzyme von anaeroben Pilzen erhöhen die Gasausbeute von Reststoffen und ermöglichen die Biogasproduktion in Kleinanlagen in der ABH-Region“. Enzyme anaerober Pilze schließen lignocellulosehaltige Reststoffe deutlich effektiver auf und eröffnen so eine wirtschaftliche Perspektive für Kleinbiogasanlagen in der Interreg-Region Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein.

Der mit 3.000 € dotierte Wissenschaftspreis in Silber geht an Dr. Christiane Herrmann und ihre Kolleginnen und Kollegen am Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB, Potsdam) für die Arbeit „Einsatz des Additivs Kalkstickstoff zur gezielten Minderung von Treibhausgasemissionen bei der Gülle- und Gärproduktlagerung“. Das Verfahren reduziert Methanemissionen aus der Wirtschaftsdüngerlagerung erheblich und sichert zugleich das Methanbildungspotenzial für die spätere Vergärung.

Der mit 1.000 € dotierte Wissenschaftspreis in Bronze geht an das Team um Dipl.-Ing. Alejandra Lenis vom Forschungsinstitut für Wasserwirtschaft und Klimazukunft an der RWTH Aachen (FiW e.V.) in Kooperation mit der SH Sulphtec GmbH für das NitroSX-Verfahren zur großtechnischen biologischen Entschwefelung von Biogas mit gärrestbasierten Waschflüssigkeiten unter anoxischen Bedingungen.

In der Kategorie Wirtschaft wurde die HJS Motoren GmbH aus Amtzell (Baden-Württemberg) für die Entwicklung neuartiger Zünd- und Verbrennungssysteme ausgezeichnet, die SCR-Katalysatoren in Biogas-BHKW überflüssig machen und die NOx-Grenzwerte der 44. BImSchV innermotorisch einhalten. Rund 40 Aggregate sind in Deutschland bereits ausgerüstet.

Der jährlich veranstaltete Biogas-Innovationskongress steht unter der gemeinsamen ideellen Trägerschaft des Deutschen Bauernverbandes, des Fachverbandes Biogas und des Bundesverbandes Bioenergie. Zu den wissenschaftlichen Begleitinstitutionen zählt unter anderem das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ). Weitere Informationen unter www.biogas-innovationskongress.de.

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